Im Radio gehört


Es gab eine Zeit, da waren die studierten Ärzte rar, und dies war einer der Gründe (das liebe Geld ein anderer), warum einfache ärztliche Behandlungen auch von Barbieren ausgeführt werden durften. Dazu gehörten die Extraktion von Zähnen und der Aderlass. Aus dieser Zeit stammt ein in den USA beliebtes und inzwischen – wegen seiner Attraktivität – auch bei uns sich verbreitendes Zunftzeichen: der Barbierpfosten (barber’s pole). Das Weiß stand für die Reinheit der Binden, das Rot für das Blut. Später kam noch die Farbe Blau hinzu, und es ist ungeklärt, ob sie als Ergänzung die US-Nationalfarben oder das venöse Blut (Aderlass) symbolisieren sollte.

Nun wird selbst im sozial gebeutelten Amerika niemand mehr zum Barbier gehen, um sich einen schmerzenden Weisheitszahn ziehen zu lassen, Null-Dollar-Ärzte aber gibt es mittlerweile, so entnahm ich es heute einem Feature im Rahmen der „Weltsichten“ im rbb-inforadio. Dann aber zuckte ich zusammen, als nämlich der Kommentator von einer der interviewten Personen als von einer „gelernten Ärztin“ sprach. Darüber mag hinweghören wer will, ich nicht, denn von gelernten Ärzten zu sprechen ergibt ja nur einen Sinn, wenn es im Gegensatz dazu auch ungelernte Ärzte gibt – Quereinsteiger sozusagen.

Der Begriff Quereinsteiger fällt heute immer häufiger. So hörte ich ihn unlängst im Zusammenhang mit Grundschullehrern und Erziehern. An beiden fehlt es. Als wäre das nicht vorhersehbar gewesen! Und nun sollen es also die Quereinsteiger richten. Gleichzeitig will man, um die Attaktivität des Erzieherberufs zu erhöhen, die Bezahlung der von Grundschullehrer annähern. Da kann ich nur sagen: Gleiche Bezahlung nur bei gleicher Qualifikation. Aber was zählt dieser Einwand noch, wenn sowohl hier wie dort Quereinsteiger eingestellt werden?

Freilich wäre ich die Letzte, über Quereinsteiger die Nase zu rümpfen, bin ich doch selbst mehr als ein Mal im Leben „quer eingestiegen“. Eben deshalb weiß ich, welcher Willenskraft und Bereitschaft zum Lernen auch in der Freizeit es bedarf, das Manko an solider Berufsbiographie auszugleichen. Gelingt es, kann auch der Quereinsteiger seine regulär ausgebildeten Kollegen in puncto Leistung und Ergebnisse durchaus überflügeln. So stelle ich mir vor, dass jemand mit wahrem Talent für den Friseurberuf innerhalb eines halben Jahres ein besserer Friseur werden kann als jemand, dem seinerzeit wegen wenig überzeugender Schulnoten nichts anderes übrigblieb, und der dann zwei von drei Lehrjahren hauptsächlich mit dem Auskehren des Ladens zugebracht hat.

Von ungelernten Ärzten aber sollten wir uns nicht den Blinddarm herausnehmen, ja, nicht einmal eine Salbe verschreiben lassen. – Aber vielleicht reagiere ich ja nur hypernervös auf Radiokommentare, und das, was wir bräuchten, wären mehr gelernte Journalisten.

 

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Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Wir alle kennen den Spruch in dieser oder leicht abgewandelter Form. Dennoch lassen wir uns von Zahlen immer wieder beeindrucken. Zahlen sind für uns gleich Mathematik, und die Mathematik ist die exakteste aller Wissenschaften. So haben wir es verinnerlicht.

Ich habe mir vorgenommen, alle Zahlen, die mir in den Medien präsentiert werden, zu hinterfragen. Ich werde diesen Vorsatz vermutlich nur zu einem eher geringen Teil umsetzen können, denn es sind einfach zu viele Zahlen – abgeschossen wie Pfeile, die so spitz sind wie das Wort exakt.

Gestern zum Beispiel war es die Aussage: „Etwa jedes sechste Kind in Deutschland kommt aus einer Familie, in der Alkoholismus oder Drogenabhängigkeit herrscht.“ – Was heißt in diesem Fall Familie? Ist die Rede, von den Familienmitglieder, die im selben Haushalt leben? Oder hat man Schulkinder befragt, ob es in ihrer Familie jemanden gibt, der zu viel trinkt oder Drogen nimmt, und Verwandte, die zwar zur Familie gehören aber nicht mit dem Kind in einem Haushalt leben, wurden mitgezählt? Und wie groß war die befragte Gruppe? Oder handelt es sich um Erkenntnisse des Jugendamtes? Wenn aber doch die Aussagen von Kindern zugrunde liegen, können die z.B. feststellen, ob ein Familienmitglied tablettenabhängig ist?

Nun kann man freilich sagen, dass, auch wenn der Prozentsatz niedriger wäre, auch wenn es nur jedes siebente, achte, neunte, zehnte … Kind wäre, sind es zu viele Kinder, die mit Suchtproblemen konfrontiert sind. Kinder, die Probleme haben, weil sie in bildungsfernen Familien zu wenig gefördert werden, weil ein Elternteil zu Gewalttätigkeit neigt, weil vielleicht sogar Missbrauch vorkommt, weil es in der Familie Kriminalität oder den eingangs erwähnten Drogenmissbrauch gibt, gehen uns alle an. Kinder sind unsere Zukunft. Eine andere Zukunft hat die Menschheit nicht. Die Kulturschätze, die wir anhäufen sind nichts, wenn die Kinder sie sich nicht erschließen können. Wissenschaftliche Erkenntnisse und technische Neuerungen sind nichts, wenn die Kinder keinen weisen Umgang damit pflegen können. – Derzeit also eine Aktionswoche, ins Leben gerufen vom Verein NACOA Deutschland (Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e.V.).

Was mir die Sache besonders interessant machte, war ein Interview mit der Schauspielerin Katrin Sass, Schirmherrin dieser Aktionswoche, das ich gestern früh im Radio hörte. Der eine oder andere Fernsehzuschauer erinnert sich vielleicht, dass Katrin Sass von 1993 bis 1998 als Hauptkommissarin Tanja Voigt in der Fernsehserie Polizeiruf 110 ermittelte. 1998 wurde ihr vom ORB, der damals produzierenden Sendeanstalt, gekündigt – wegen ihrer Alkoholsucht. Inzwischen ist sie trockene Alkoholikerin und engagiert sich im Kampf gegen Alkoholismus. Die durch alkoholkranke Eltern betroffenen Kinder liegen ihr besonders am Herzen.

Frau Sass sagte sinngemäß, dass es Kinder aus Alkoholikerfamilien heute schwerer haben als früher, sich jemandem anzuvertrauen. In einer Gesellschaft, die so großen Wert legt auf Fitness, Verzicht auf Alkohol und Tabak, und gesunde Ernährung bis hin zu vegetarischer oder veganer Lebensweise, habe das Verständnis für Suchtverhalten stark abgenommen. Früher, als noch in fast allen Familien geraucht und zumindest bei Familienfesten Alkohol in erheblichen Mengen konsumiert wurde, sei es leichter gewesen, darüber zu sprechen, dass in der eigenen Familie ein Problem besteht.

Dem, dass es früher angeblich leichter für ein Kind war, sich jemandem anzuvertrauen, würde ich nicht unbedingt zustimmen. Ich bin ja aufgewachsen in jener Zeit, als viel geraucht und nicht wenig getrunken wurde. Ich habe durchaus bemerkt, dass meine Mutter (auch wenn das nur über einen Zeitraum von wenigen Jahren der Fall war) deutlich zu viel trank. Gesprochen wurde darüber nicht – nicht einmal in der eigenen Familie. Es Fremden erzählen? Unmöglich. Im Gegenteil, ich lud während dieser Jahre keine Freundinnen zu mir ein, denn oft begrüßte meine Mutter mich schon mittags, wenn ich aus der Schule kam, leicht schwankend und mit glasigem Blick an der Wohnungstür. Nicht dass sie mich beschimpft oder gar geschlagen hätte. Doch Freundinnen würden ihren Zustand genauso bemerken wie ich. Mich einem Lehrer anvertrauen, der dem Jugendamt Meldung machen konnte? Auf keinen Fall! Meine Mutter war alleinerziehend. Schlimmstenfalls wäre ich in einem Heim gelandet. Mir fehlte es ja auch an nichts, denn meine Großeltern kümmerten sich und sorgten für alles. Nein, es war nie leicht, sich jemandem anzuvertrauen. – Und dennoch denke ich, dass Katrin Sass recht hat mit der Feststellung, dass die gesundheitsbewusste Gesellschaft, zu der wir uns entwickelt haben, Suchtkranke und deren Umfeld stärker ausgrenzt als dies früher der Fall war. Ich denke, dass wer heute suchtkrank ist, noch stärker das Gefühl hat, hoffnungslos schwach zu sein und für den Rest seines Lebens auf der Verliererseite zu bleiben. Meine Mutter hingegen ist damals ohne besondere Therapie und viel Aufhebens über ihre Sucht hinweggekommen – vielleicht weil um sie herum das Leben seinen geordneten Gang weiter ging und Eingriffe, die einen Gesichtsverlust bedeutet hätten, unterblieben. – Man hilft den Kindern am meisten, indem man den Eltern hilft.

Die Miltiärparade am französischen Nationalfeiertag hat den amtierenden US-Präsidenten beeindruckt und – offenbar neidisch gemacht. So etwas möchte er bei sich zu Hause auch haben. Inzwischen, so berichtet das Handelsblatt, wurde Generalstabschef Joseph Dunford der entsprechende „Marschbefehl“ erteilt.

Ich bin einigermaßen überrascht – nicht weil Donald Trump an Militärparaden Gefallen findet, sondern weil mir überhaupt nicht bewusst war, dass es in den Vereinigten Staaten bislang keine gibt. Solange US-Streitkräfte in Berlin stationiert waren, hielten sie hier auch regelmäßig Militärparaden ab, und die Leute schauten sich das gerne an. Sogar ich – stets fasziniert von den Kettenfahrzeugen, deren Fuktionieren zu ergründen suchend, weil mal die Räder über die unbewegliche Kette zu rollen scheinen, mal die Kette sich gegen die Laufrichtung um die Räder zu bewegen scheint. Optische Täuschung oder was? – Wie auch immer! Warum paradiert eigentlich unsere Bundeswehr nicht? Man würde ja doch gerne mal vorgeführt bekommen, wofür das ganze Geld für Rüstung ausgegeben wird. Problematisch und jedes Mal die Halbe Stadt lahmlegend wären allerdings die Demonstrationen am Rande der Parade. Das dürfte heftig werden. Jedem, der mir für diese ketzerischen Zeilen jetzt am liebsten an die Gurgel gehen möchte, empfehle ich, mal dasselbe Gedankenspiel zu treiben, das ich vor nur wenigen Tagen durchgegangen bin – sich bin in die letzte Konsequenz zu überlegen, wie eine weltweite Entmilitarisierung (was für ein schöner Traum!) zu bewerkstelligen wäre. Der Endpunkt meiner Überlegungen war zutiefst deprimierend. Warum also nicht ein bisschen Schingderassa, Bumderassasa für die Mädchen?

 

Ich gebe zu, der Titel dieses Eintrags ist nicht originell. Auch geht es mir heute weniger um Sicherheit, als um die Absicherung gegen Unsicherheit.

Grade hörte ich im Radio, dass man überlegt, einen Fond zu schaffen, um Bauern gegen Risiken des Klimawandels abzusichern. Eine Versicherung gegen Risiken ist etwas völlig Normales. Sich für den Fall zu versichern, dass man einen Unfall haben könnte, das in die Wohnung eingebrochen oder das Haus abbrennen könnte, dass vielleicht irgendwann das Fahrrad gestohlen wird, … ist nur vernünftig. Aber eine Absicherung gegen Risiken, die man schon gar nicht mehr Risiken nennen kann, weil das Eintreffen des Schadensfalles geradezu unausweichlich ist? Der Klimawandel kommt bzw. ist bereits voll im Gange. Wir wissen, dass es vermehrt zu Stürmen, schweren Unwettern, extremen Regenfällen, Dürreperioden, Überschwemmungen, Anstieg des Meeresspiegels, … kommen wird. Darauf muss man sich einstellen, aber sich dagegen versichern, wie gegen etwas, das zwar möglich aber nicht unausweichlich ist?

Demnächst werden wir uns auch noch gegen das Sterben versichern, dachte ich grimmig.
Dann fiel mir ein, dass wir das ja schon lange tun, indem wir Lebensversicherungen abschließen.

Warum dann nicht auch gegen den Klimawandel versichern?

Also doch: Sicher ist, dass nichts sicher ist, eine Versicherung aber dennoch irgendwie beruhigt – auch wenn selbst die beste Versicherung am besten ist, wenn man sie nicht in Anspruch nehmen muss.

Sandsturm

Sandstürme gefährden den Verkehr in Mecklenburg-Vorpommern.
Das Meteorologische Institut der Freien Universität Berlin konnte noch nicht zu einer Stellungnahme bewegt werden, ob ein islamistischer Hintergrund zu vermuten ist.

„„Groß ist die Zahl seiner literarischen Fehlschläge, kühn und kurios sind seine politischen Verlautbarungen, seine beschwörenden Warnungen und düsteren Prophezeiungen. Was immer er schreibt und verkündet, wird, nun schon seit vielen Jahren, beanstandet und belächelt, gerügt und gegeißelt. Ignoriert wird es nicht““, schrieb Marcel Reich-Ranikcki anlässlich des Erscheinens von Günter Grass‘ Erzählung „Unkenrufe“ im SPIEGEL 19/1992. Dem ist auch nach über zwanzig Jahren weder viel hinzuzufügen, noch wäre etwas zu streichen. Reich-Ranikcki ist seit bald zwei Jahre tot, und heute starb nun auch Günter Grass.

Im Dezember 2008 hatte ich dem vielleicht bekanntesten der zeitgenössischen deutschen Schriftsteller und ehemaligem Präsidenten der Akademie der Künste eine kleine Referenz erwiesen. Er, der nicht nur Schriftsteller, sondern auch Bildhauer, Maler und Grafiker war, hatte mit seiner „Unke“ ein Bild geschaffen, dass mir mehr als irgend ein anderes zu einem etwas schrägen aber durchaus ernst gemeinten Gedanken meiner Wenigkeit zu passen schien.

Günter Grass: Unke

Günter Grass: Unke

Ich frage mich,
ob Unken nicht lieber
in einem Irrturm wohnen würden.

Und vielleicht hätte mir Grass, wäre ihm das unter die Augen gekommen, sogar ein bisschen Recht gegeben. Möglich auch, dass er mich wegen Verletzung des Urheberrechts ins Armenhaus geklagt hätte.

Zu beklagen bleibt nun der Verlust einer Unke.

Im Sommer 2012 redete das Göttinger Tageblatt dem Leiter der Rechtsmedizin an der Universität Göttingen, Professor Dr. Michael Klintschar, ordentlich ins Gewissen. Es ging um Haarmanns Kopf. Wir erinnern uns bitte: Der für 24 Morde zum Tode verurteilte Fritz Haarmann war am 15. April 1925 enthauptet worden. Der abgetrennte Kopf wurde zur Präparation der Rechtsmedizin der Universität Göttingen übergeben und landete in der forensischen Sammlung des Instituts. Zwar war der Kopf seit Jahrzehnten nicht mehr ausgestellt worden – wer ihn jetzt noch gerne sehen möchte, muss einen Blick auf die Seite des Tageblatts werfen – doch der durch die schon damals geführte Diskussion um Gunther von Hagens „Körperwelten“ aufgescheuchte Journalist, sah sich doch veranlasst, eine ordnungsgemäße Bestattung des Kopfes anzumahnen, und Dr. Klintschar zeigte sich durchaus einsichtig. Gebracht hatte das Präparat ohnehin wenig bis nichts – jedenfalls nichts in der Art einer Erkenntnis, woran man einen Verbrecher erkennen und seinem bösen Tun zuvorkommen könnte. Der Kopf wurde eingeäschert und im März 2014 anonym bestattet. Das Interesse am Verbrechergehirn ganz allgemein jedoch ist ungebrochen, wendet sich allerdings mehr und mehr dem Verbrecher-Elektronengehirn zu.

Heute muss in der Nachrichtenredaktion des rbb kurzfristig ein kleines schwarzes Loch entstanden sein, so etwas wie eine Sauregurkenzeit von wenigen Stunden Dauer. Jedenfalls tauchte in einigen Nachrichtensendungen „precob“ aus den Mitteilungen des LKA auf wie sonst Nessi im Hochsommer aus dem Loch (nicht aus dem schwarzen, sondern dem Loch Ness). Seither versuche ich der Aktualität dieser Meldung auf die Spur zu kommen und werde nicht fündig. In Wien arbeitet man mit solcher Software seit einem Jahr, in München und Augsburg testet man sie seit Oktober 2014, das LKA in Düsseldorf hat das Projekt Mitte Februar ausgeschrieben. 100.000 Euro müssen dafür „in die Hand genommen“ werden – das alles ist bekannt und hat niemanden wirklich vom Hocker gerissen. Allerdings hat das heutige Aufwärmen doch dazu geführt, dass ich ein bisschen nachgelesen habe über diese Prognosesoftware, die es der Polizei ermöglichen soll, Verbrechen vorauszusehen und dann, …… Ja was? Täter zu verhaften, bevor sie eine Tat begangen haben? Und wann genau ist der Augenblick gekommen, in dem die Unschuldsvermutung nicht mehr gilt?

Nun, damit sollen Juristen sich herumschlagen. Was mich weit heftiger umtreibt ist, dass diese Software mit Algorithmen arbeitet, welche sich die Perspektive des potentiellen Täters zu Eigen machen, so dass das elektronische Gehirn zum Verbrechergehirn wird, dessen Denke es dann aber umkehrt. Jedenfalls ist das im groben Ganzen die Idee. Dort, wo Verbrecher am wenigsten mit einer Gefahr, dafür aber mit lohnender Beute rechnen, genau dort wird die Polizei ihnen auflauern. – Nun wage ich nicht, mir auszumalen, wohin es führt, wenn Verbrecherkreise sich dieser Software und der geheimen Algorithmen bemächtigen, um die Strategie der Polizei zu konterkartieren und das Umgekehrte nochmals umzukehren. Ganz ruhig! Zunächst will man die Software ja tatsächlich nur auf dem Gebiet der Einbruchskriminalität testen und das Programm mit den Daten füttern, wo in letzter Zeit Einbrüche stattgefunden haben (früher reichten dazu Stecknadeln im Stadtplan), weil die Erfahrung gezeigt hat, dass Einbrecherbanden in der Nachbarschaft wieder zuschlagen. Aber wenn man das doch schon weiß, wozu dann 100.000 Euro für ein Computerprogramm? Gut, ganz so einfach ist es nicht. Zwar wird man keine personenbezogenen Daten eingeben –- da ist (noch) der Datenschutz davor, aber Wetterdaten sollen mit verarbeitet werden. Man ist sehr gespannt, ob sich ein Zusammenhang von Einbruchshäufigkeit und zum Beispiel Regenwetter ergibt.

Also, wenn ich ein Einbrecher wäre, würde ich bei Regen eher nicht auf Tour gehen, weil die Wahrscheinlichkeit relativ hoch ist, dass die Leute zu Hause bleiben und etwas dagegen einzuwenden haben könnten, wenn man ihre Bude ausräumt. Aber: „Warte, warte noch ein Weilchen, bald kommt Haarmann auch zu dir, ..….“

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