Hörbücher


Buchillustration: The_overthrow_of_dr_slop

Es kann einem schon den Geduldsfaden reißen lassen, wenn ein Gesprächspartner ständig abschweift – besonders dann, wenn dieses Abschweifen weg von einem interessanten Thema führt und immer wieder hin zur eigenen Person, von deren Tun, Lassen, Befindlichkeiten und Meinungen man bereits mehr als genug gehört hat. Tatsächlich fällt mir gerade nur einer ein, der es, was Abschweifungen angeht, zur hohen Kunst gebracht hat. Und diese besteht nicht zuletzt darin, die umgekehrte Richtung zu wählen und – selbst wenn man ursprünglich vorhatte oder gar aufgefordert war, von sich selbst zu sprechen, die erste Gelegenheit zu ergreifen, auf etwas anderes zu kommen. (Dies ist übrigens auch eine gute Methode, nichts von sich preiszugeben, was man später lieber zurückholen würde.)

„Yorik-Sterne war der schönste Geist, der je gewirkt hat; wer ihn liest, fühlt sich sogleich frei und schön; sein Humor ist unnachahmlich, und nicht jeder Humor befreit die Seele. […] Auch jetzt im Augenblick sollte jeder Gebildete Sternes Werke wieder zur Hand nehmen, damit auch das neunzehnte Jahrhundert erführe, was wir ihm schuldig sind, und einsähe, was wir ihm schuldig werden können.“ Mit diesen Sätzen erwähnte Johann Wolfgang von Goethe Laurence Sterne in Wilhelm Meisters Wanderjahre (Ausgabe: Insel Verlag, Frankfurt am Main, 1982). Friedrich Nietzsche nannte Sterne den „freiesten Schriftsteller aller Zeiten“, Thomas Mann sprach von seiner „humoristischen Großartigkeit“ und von Gotthold Ephraim Lessing ist das Zitat überliefert. „Gern hätte ich Sterne fünf Jahre meines Lebens abgetreten, […] und hätt ich auch gewiß gewußt, daß mein ganzer Überrest nur acht oder zehn betrüge, mit der Bedingung, daß er hätte schreiben müssen, gleich was, Leben und Ansichten, oder Predigten oder Reisen.“

Bei so viel erlauchtem Lob ist es nicht verwunderlich, dass Sternes neunbändiger Roman „ Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman“ zur Weltliteratur zählt. Die ZEIT ihn in ihre Liste der 100 Bücher aufnahm, es sich also um ein Löffellistenwerk handelt und einige Leser dieses Eintrags – wenn nicht die Mehrzahl – es bereits gelesen haben. Für die anderen hier eine sehr kurze Zusammenfassung des Inhalts:

Tristram macht sich daran, die Geschichte seines Lebens niederzuschreiben, beginnt mit dem Bericht von seiner Zeugung, doch schon dabei fallen ihm so viele wunderliche Begebenheiten und Schrullen ein, der seltsame Ehevertrag seiner Eltern, das Steckenpferd seines Onkels Toby – unter anderem auch ein Kapitel über den Gedankenstrich, … Jedenfalls wird von seiner eigenen Geburt erst im dritten Band berichtet. Und ähnlich zerstreut und in der Manier vortrefflichster Zerstreuung geht es weiter. Am Ende weiß der Leser kaum, was er da gerade gelesen hat. Ein Lebensbericht war es nicht, eher ein tour d’horizon des Lebens im ganz Allgemeinen und im sehr Besonderen.

Ich selbst wurde auf das Werk wieder aufmerksam dadurch, dass der Bayerische Rundfunk zwischen dem 11. Oktober und dem 13. Dezember 2015 eine (m.E. sehr gelungene) 9-teilige Hörspielfassung unter der Regie von Karl Bruckmaier ausstrahlte, die man auf der Seite des Senders [Hörspielpool] anhören oder als mp3 herunterladen kann.

Als Amuse-Gueule wollte ich ursprünglich eine der Passagen, die mich besonders amüsiert haben, transkribieren. Doch ein Hörspiel sollte man hören, und so habe ich stattdessen die entsprechende Szene aus der bei www.zeno.org veröffentlichten Buchfassung „Tristram Shandy“ (Edition Holzinger) abgeschrieben, obwohl ich gestehen muss dass mir einige Übersetzungen bei der Hörspielfassung (Übersetzer Michael Walter) besser gefielen, als die Buchübersetzung von F. A. Gelbcke (1812-1892). Wer des Englischen mächtig ist, ist ohnehin am besten beraten, Laurence Sterne im Original zu lesen. Das soll die Verdienste der Übersetzer nicht schmälern, im Gegenteil. Es sind die guten Literaturübersetzungen, die wesentlich dazu beitragen, unsere eigene Sprache zu bereichern, manches am Leben zu erhalten oder neu zu beleben.

Sei’s drum! Hier die Vorgeschichte, welche zu der folgenden Szene führt: Tristrams Mutter ist im dritten Band endlich so weit, mit ihm (dem Ich-Erzähler) niederzukommen. Es ist eine Hausgeburt vorgesehen, denn nachdem Mrs Shandy ihren Mann einmal vergeblich zur Fahrt nach London veranlasst hatte, verpflichtet ihn der Ehevertrag nicht mehr zu dieser Ausgabe. Dennoch beunruhigt es ihn nicht wenig, dass seine Frau nun einzig die Hilfe der alten Hebamme in Anspruch nehmen will, statt den Geburtshelfer aus der nächsten Stadt rufen zu lassen. Als die Geburt sich hinzieht, schickt Walter Shandy seinen Bediensteten Obadiah nach jenem Dr. Slop. Indessen hat sich Letzterer seinerseits schon auf den Weg nach Shandy-Hall gemacht, um nach der Hochschwangeren zu sehen.

Denkt Euch also die kleine, untersetzte, unansehnliche Gestalt des Dr. Slop, kaum 4 ½ Fuß hoch, mit breitem Rücken und einem anderthalb Fuß hervorstehenden Bauch, der einem Sergeanten des Leibkürassier-Regiments Ehre gemacht hätte.

So waren die Umrisse von Dr. Slops Gestalt, die man, wie Ihr wissen müßt, wenn Ihr nämlich Hogarths Analyse der Schönheit gelesen habt – und habt Ihr sie nicht gelesen, so thut’s! – ebenso gut mit drei als dreihundert Strichen karikieren und dem Geiste darstellen kann.

Stellt Euch also eine solche Gestalt vor, die dem Dr. Slop angehört, der jetzt langsam, Schritt vor Schritt, durch den tiefen Koth auf den vertebris eines ganz kleines Pony dahergeritten kam, eines ganz kleinen Pony von leidlicher Farbe, aber von Stärke, – du lieber Gott! – die unter einer solchen Last auch zum kleinsten Trab nicht hingereicht hätte, wären selbst die Straßen in einem trabbaren Zustande gewesen. Sie waren es nicht. Denkt Euch nun Obadiah auf einem wahren Unthier von Kutschpferd, in vollem Galopp so schnell als möglich in entgegengesetzter Richtung reitend.

Schenken Sie, Sir, diesem Bild einen Augenblick Ihre werthgeschätzte Aufmerksamkeit! Hätte Dr. Slop unsern Obadiah aus meilenweiter Entfernung in einem engen Wege so durch Dick und Dünn patschend und spritzend auf sich losstürmen sehen, würde da, frage ich, ein derartiges Phänomen mit einem solchen Wirbel von Koth und Wasser rund um seine Axe nicht ein Gegenstand gerechterer Befürchtung gewesen sein, als der schlimmste Whistonsche Komet? Gar nicht zu reden vom Kern, d.h. von Obadiah und seinem Pferde. Meiner Ansicht nach hätte der Wirbel allein hingereicht, wenn auch nicht den Doktor selbst, doch seinen Pony ganz einzuhüllen und mit sich fortzureißen. Stellen Sie sich nun den haarsträubenden Schreck und die Wasserscheu des Dr. Slop vor, wenn ich Ihnen sage (was ich hiermit thue), daß derselbe, nichts Böses ahnend, auf Shandy-Hall zuritt und sich dem Hause auf fünfzig, der plötzlichen Wendung des Weges um die Gartenecke aber auf fünf Ellen genähert hatte, als Obadiah auf seinem Kutschpferde in wüthendem Galopp um die Ecke bog, – bautz – grade auf ihn los! – In der ganzen Schöpfung, glaube ich, kann man sich nichts denken, was unfähiger wäre, einen solchen Stoß aufzufangen, als Dr. Slop.

Was konnte er thun? er bekreuzte sich † – Pah! – Aber der Doktor, Sir, war Katholik. – Schadet nichts, er hätte sich lieber am Sattelknopf festhalten sollen. – Gewiß, und wie der Ausgang zeigte, hätte er lieber gar nichts thun sollen; denn bei dem Bekreuzen ließ er seine Reitpeitsche fallen, und als er versuchte, sie zwischen Sattel und Knie aufzufangen, verlor er den Steigbügel und dadurch das feste Gesäß – und zu all diesen Verlusten (die, nebenbei gesagt, beweisen, wie wenig das Kreuzschlagen taugt) verlor der arme Doktor noch seine Geistesgegenwart. So ohne Obadiahs Anprall anzuwartten, überließ er den Pony seinem Schicksale, indem er ihn in der Diagonale verließ, in der Art etwa, wie ein Ballen Wolle zur Erde fällt, glücklicherweise ohne weitere Folgen, als die, daß er mit seiner Breitseite zwölf Zoll tief in dem Koth zu liegen kam.

Obadiah nahm vor dem Dr. Slop zweimal die Mütze ab, einmal als derselbe fiel, das zweite Mal als er ihn festsitzen sah. – Unzeitige Höflichkeit! Hätte der Bursche nicht lieber vom Pferde steigen und dem Doktor helfen können? – Sir, er that Alles, was die Umstände ihm erlaubten, denn der Schuß, in welchem das Kutschpferd sich befand, war so heftig, daß ihm jenes vor der Hand unmöglich war; er ritt erst dreimal im Kreise um Dr. Slop herum, bevor es ihm gelang, sein Pferd zum Stehen zu bringen,und das war dann mit einer solchen Kothexplosion verbunden, daß Obadiah lieber eine Meile weg hätte sein sollen. Kurz, nimmer wurde ein Dr. Slop so besudelt und Transsubstantiiert, seit Transsubstantiationen überhaupt Mode geworden sind.

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Wenn ich die Menschen in meinem Berliner Umfeld frage, ob sie Rosenheim kennen, oder was sie über die Stadt wissen, fällt den meisten nur „„Out of Rosenheim““ ein, und jeder, der den Film gesehen hat, weiß, dass Rosenheim darin gar nicht vorkommt. Es wird allerdings durch die in Starnberg gebürtige Marianne Sägebrecht (Lodenkostüm, Trachtenhut) durchaus würdig repräsentiert -– was in der Wüste Kaliforniens etwas heißen will. Mich zieht es in die immerhin drittgrößte Stadt Oberbayerns mindestens ein Mal pro Jahr, weil dort meine Urenkelchen Paul und Anton mit ihren lieben Eltern wohnen, und so war ich auch in der vergangenen Woche dort. Weltbewegendes zu berichten gibt es nicht. Urenkel im Alter von Paul und Anton (3 + 1) sind auch in meinem für Urgroßmütter gar nicht so hohen Alter ein bisschen anstrengend, und man fragt sich verwundert, wie man das damals mit kleinen Kindern so relativ mühelos und jedenfalls selbstverständlich alles geschafft hat. Es unterblieb also auch diesmal ein Besuch des Holztechnischen Museums, weil er mit Kindern dieses Alters denn doch für alle Beteiligten –- und wahrscheinlich auch noch für ein paar Unbeteiligte -– eine kleine Nervenzerreißprobe dargestellt hätte. Auf der Fahrt zurück hat mich dann die Klimaanlage im ICE kalt erwischt. Anzumerken wäre auch, dass die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Ingolstadt und Nürnberg nicht eben zu meinen liebsten zählt, denn bei 280 kmh baut sich in den Tunneln -– und da kommen mehrere -– ein Luftdruck auf, der einem auf die Ohren schlägt, und ich habe dann eben doch das Gefühl, nicht mehr in einem schnell fahrenden, sondern in einem rasenden Zug zu sitzen. Unangenehm!

Einen Kurzurlaub um den Preis einer Erkältung, die länger dauert als der Urlaub, fand ich recht unverhältnismäßig. Um das Unpassende dann aber doch noch irgendwie passend zu machen, habe ich im Bett halb dösend (und deshalb mehrmals) Jörg Maurers Alpenkrimi „“Föhnlage““ (gelesen vom Autor) gehört -– abwechselnd hustend und lachend. Der Roman ist der erste aus Maurers Kommissar-Jennerwein-Serie, von der – wenn ich mich nicht täusche – gerade das sechste Buch erschienen ist. Da Jörg Maurer Musik-Kabarettist ist, liest er seinen Text unglaublich lebendig, und ich bin sicher, dass mir in diesem Fall die Hörversion mehr Spaß gebracht hat, als das Buch es gekonnt hätte –- von meinen erkältungsbedingt verschwiemelten Augen ganz abgesehen.

Die Handlung ist wunderbar skurril. Während eines Klavierkonzerts in einem voralpenländischen Kurort (mit Doppelnamen!) fällt der Obertürschließer der Konzerthalle vom akustischen Himmel und stürzt dabei nicht nur selbst zu Tode, sondern erschlägt auch einen Konzertbesucher. Ob es sich um einen Unfall, einen Mord oder einen Selbstmord handelt und ob die Inhaber des ortsansässigen Bestattungsinstituts etwas damit zu tun haben, ist für Kommissar Jennerwein und sein Team nicht leicht aufzuklären. Maurer spart nicht mit Situationskomik und Wortwitz, und natürlich erhebt er keinen Anspruch, ein Abbild authentischer Polizeiarbeit zu geben. Dennoch enthält der Roman Wissenswertes und unterfordert intelligente Leser keineswegs. Für mich steht jedenfalls fest, dass ich mir die anderen Jennerwein-Romane, wenn möglich, auch als Hörbücher beschaffen werde.

Cover:
Jörg Maurer
Föhnlage
(4 CDs)

Tipp: In verschiedenen Rossmann-Filialen habe ich das Hörbuch kürzlich noch im CD-Regal gesehen.

Es muss sich um eine Art von Eifersucht handeln: Manchmal würde ich etwas, das mir besonders gut gefällt, am liebsten vor dem Rest der Welt verstecken. So erging es mir mit Erin Morgensterns Roman „“Der Nachtzirkus““ (Ullstein-Verlag, 2012). Aber das ist – in diesem Fall – natürlich völliger Quatsch, denn der Roman-Erstling einer jungen Autorin, der schon 2011 für den Guardian First Book Award nominiert worden war und im Oktober desselben Jahres Platz 2 der Bestsellerliste der New York Times erreichte, lässt sich nicht einmal als „Geheimtipp“ ausgeben, geschweige denn verheimlichen -– so wenig wie sich ein Gebirgsbach in seine Quelle zurückschieben ließe. Außerdem haben die Autorin und ihr Buch alle Aufmerksamkeit verdient. Halt! Nicht alle Aufmerksamkeit. Menschen, die Träume und Märchen nicht mögen, dürfen gerne unaufmerksam bleiben.

Nachdem ich also ursprünglich gar nicht über dieses Buch schreiben wollte, beschränke ich mich auch jetzt auf den Klappentext:

Er kommt ohne Ankündigung und hat nur bei Nacht geöffnet: der Cirque des Rêves – Zirkus der Träume. Um ein geheimnisvolles Freudenfeuer herum scharen sich fantastische Zelte, jedes eine Welt für sich, einzigartig und nie gesehen. Doch hinter den Kulissen findet der unerbittliche Wettbewerb zweier verfeindeter Magier statt. Sie bereiten ihre Kinder darauf vor, zu vollenden, was sie selber nie geschafft haben: den Kampf auf Leben und Tod zu entscheiden. Doch als Celia und Marco einander schließlich begegnen, geschieht, was nicht vorgesehen war: Sie verlieben sich rettungslos ineinander. Von ihren Vätern unlösbar an den Zirkus und ihren tödlichen Wettstreit gebunden, ringen sie verzweifelt um ihre Liebe, ihr Leben und eine traumhafte Welt, die für immer unterzugehen droht.

www.ullsteinbuchverlage.de

Wem dies und das Cover nicht Anreiz genug ist, der lässt es eben bleiben.

Cover:
Erin Morgenstern
Der Nachtzirkus
11 CDs, 849 Minuten Laufzeit
ISBN 978-3-86909-138-9
Hörprobe bei Hörbuch Hamburg

Ich habe –- das wird kaum noch jemanden wundern –- die Hörbuchversion, ungekürzte Ausgabe, gelesen von Matthias Brandt, (sehr!) genossen, werde sie allerdings verschenken und mir zum Behalten das Buch besorgen.

Bei der Suche nach Rezensionen -– man möchte schließlich wissen, was andere darüber denken -– weckte ein Bild meine Aufmerksamkeit, auf dem ich sowohl Teile des obigen Covers, als auch Elemente aus Gemälden von Gustav Klimt zu erkennen meinte. Kilmts „“Der Kuss““ hängt seit Jahren über meinem Bett – Ja, ja, ich weiß, der ist wie Hundertwasser und Escher, alles rundum-vermarktete Künstler –- Tassen, Schreibwaren, Kalender, …… Aber das tut meiner Liebe keinen Abbruch. Wenn die Popularität mal da ist, kann man sie ja nicht ungeschehen machen und einen Schriftsteller oder Künstler nur deshalb nicht zu mögen, weil viele andere es ebenfalls tun, entbehrt der Logik. Ich erkenne Klimt also, wenn ich nur ein Zipfelchen seiner Malerei sehe. Das Bild, eine Collage,– gehörte zu einem Eintrag im Archiv_AstroLibrium – ein wahres Zeugnis dafür, wie sich die Begeisterung für einen Roman zur Leidenschaft auswachsen kann. Und ich denke, die Klimt-Tarotkarten werde ich mir auch gönnen – einfach weil sie schön sind und ein bisschen geheimnisvoll – und obwohl ich mir weder die Karten lege noch legen lasse.

Cassandra Austen: Jane Austen (1775 - 1817)

Cassandra Austen: Jane Austen (1775 – 1817)

Ihre Romane zählen zu den Klassikern der Weltliteratur, und dennoch habe ich mich bis vor kurzem erfolgreich davor gedrückt, auch nur einen einzigen davon zu lesen. Gelesen habe ich, genau genommen, immer noch keinen – aber gehört.

Ich gebe es zu: Was der Befriedigung meines Nachholbedarfs auf die Sprünge geholfen hat, ist der Umstand, dass ich das Hörbuch auf dem „Grabbeltisch“ bei Hugendubel entdeckte -– zum Sonderpreis. Für 9,95 € zwei Wochen lang jeden Abend innerhalb von weniger als einer Stunde nach dem Zubettgehen einschlafen -– ohne Nebenwirkungen ist ein guter Deal, sagte ich mir und schritt mit meiner Entdeckung zur Kasse.

Jane Austen wurde 1775 in Steventon in Hampshire, als siebtes von acht Kindern (sechs Buben und zwei Mädchen) des Pfarrers William George Austen und seiner Frau Cassandra geboren. Ihrer älteren Schwester, welche nach der Mutter benannt worden war, stand Jane Austen besonders nahe. Sie war es auch, welche die beiden einzigen von der Schriftstellerin existierenden Porträts zeichnete. Andere Gemälde, welche angeblich Jane Austen darstellen, sind eher der Erinnerung oder Phantasie des jeweiligen Künstlers entsprungen. Es ist jedenfalls nicht belegt, dass Jane selbst Modell dafür gestanden hat. So fand ich es denn auch bezeichnend, dass ziemlich zu Beginn des Romans „„Emma““ davon berichtet wird, wie Harriet Smith nur von ihrer Freundin Emma Woodhouse porträtiert werden möchte, während der (noch) ledige Dorfpfarrer Mr. Elton den Sitzungen beiwohnt, und das Missverständnis, dass er dies aus Bewunderung für die Malerin und nicht für das Modell tut, das erste einer ganzen Reihe von Missverständnissen ist. Wer eine vollständige Inhaltsangabe lesen möchte, findet eine solche bei Wikipedia.

„“Emma““ zählt bereits zum „reifen“ Werk Jane Austens, die im Alter von zwölf Jahren ihre ersten Schreibversuche gemacht hatte und vom an Literatur interessierten Vater nach Kräften gefördert wurde. Bis sie in ihrem 42. Lebensjahr starb, hatte sie weder geheiratet noch Reisen unternommen aber sieben Romane und eine Vielzahl weiterer Werke verfasst, von denen keines unter ihrem Namen erschien. Statt der Nennung des Verfassers trugen sie nur den Hinweis „„by a Lady““. Jemand wie ich fragt sich zwangsläufig, woher sie unter solchen Umständen den Stoff nahm, aus dem sie ihre Geschichten webte. Ein Antwort auf diese Frage findet sich ebenfalls in „“Emma““. Es ist der „„innere Reichtum““, dessen die frischgebackene und recht unsympathische Mrs. Elton sich so gerne rühmt, wobei Austen das mögliche Vorhandensein inneren Reichtums nicht etwa in Abrede stellt -– nur eben bei dieser Frau.

Ich weiß nicht, ob meine Mutter jemals Jane Austens „„Emma““ gelesen hat. Ich bezweifle es eher. Doch wenn es so wäre, würde es vieles erklären –- wie zum Beispiel die Neigung zu endlosen Überlegungen zu jedem Wort, jeder Geste jedes Einzelnen während eines geselligen Beisammenseins. In meiner Familie verstand sich darauf nur meine Mutter, und jetzt begreife ich, was mich intuitiv von Jane Austens Romanen bisher ferngehalten hat. Solche Deuteleien und die sich daraus ergebenden Spekulationen sind nicht mein Ding.

Doch nach 17 Stunden, 2 Minuten und 47 Sekunden „Emma“ kann man so etwas nicht schreiben, ohne über die eigenen Gedanken geradezu bestürzt zu sein. Indem ich über meine Vorschädigung spreche, ja, über eine Schädigung überhaupt, statt vor allem den Gewinn an innerem Reichtum zu betrachten, werde ich weder Jane Austen noch meiner Mutter gerecht. Und so viel muss ich zugeben: So gut vorgelesen wie von Eva Mattes, hatte der Roman durchaus seinen Reiz. Zwar bin ich manchmal trotzdem mitten in einer CD eingeschlafen, doch habe ich dann am nächsten Abend geduldig den Track gesucht, von dem an ich sie weiter hören wollte, habe mir also nichts „„geschenkt““. Dennoch wird mein erster Jane-Austen-Roman wohl mein letzter bleiben. Interessieren würde mich nur noch, ob es unter den begeisterten Austen-Lesern auch viele Männer gibt, oder ob die meisten Männer nicht doch eher wie ich gestimmt sind und aus einer Art Vorahnung heraus erst gar nicht zu Lesern werden.

CD-Cover:

Jane Austen
„Emma“
gelesen von Eva Mattes
Argon Verlag (Ungekürzte Ausgabe, 14 CDs)

Gerade erst vor zwei Tagen schrieb ich an dieser Stelle über meinen als Schnäppchen zu bezeichnenden Erwerb von 15 Audio-Reiseführern, die nun darauf warten, mich in die Ferne zu entführen, während ich doch ganz entspannt zuhause in meinem Bett liegen werde. Natürlich sind nicht nur Reiseführer geeignet, uns solche Dienste zu erweisen. Mit Sach- und Ortskunde geschriebenen Romanen gelingt dies ebenso, wenn nicht oft sogar besser. Zum Beispiel bin ich mit Dr. Siri Paiboun so manches Mal am Ende eines Arbeitstages im Leichenschauhaus von Vientiane in sein Haus zurückgekehrt, habe den kleinen, mit Gemüse vollgestopften Vorgarten durchquert, das Bellen der Hunde in der Nachbarschaft gehört … oder –– um eine andere Tageszeit zu wählen –– in der Mittagspause mit ihm und seinem Freund und Parteigenossen Civilai am Mekong gesessen, wo die beiden auf den Fluss schauten und Siri das von Tante Lah besonders liebevoll zubereitete Sandwich verzehrte.

Auch ohne dass Cotterill sich in langen Schilderungen ergeht, entsteht ein dichtes Bild, eine Welt von Geräuschen und (nicht immer angenehmen) Gerüchen. Man befindet sich im Laos der späten siebziger Jahre und findet sich vielleicht ein bisschen besser zurecht, wenn man sich irgendwann davor einmal die Mühe gemacht hat, sich einige Fakten über Laos, seine Geographie und Geschichte zu vergegenwärtigen.

Laos_2003_CIA_map
Laos
CREATED/PUBLISHED [Washington, D.C. : Central Intelligence Agency, 2003]

Zwei Umstände sind es, die dafür verantwortlich sind, dass viele Menschen außerhalb Südostasiens wenig über Laos wissen: Erstens war Laos „nur“ ein Nebenschauplatz des Vietnamkrieges. Obwohl die Vereinigten Staaten Laos nie offiziell den Krieg erklärt hatten, warfen die Amerikaner zwischen 1964 und 1973 über zwei Millionen Tonnen Bomben über dem Land ab, und die CIA führte mit einer geheimen von ihr selbst ausgehobenen Hmong-Armee von Long Cheng aus einen in der Öffentlichkeit unbeachteten Krieg gegen die Pathet Lao. Von den Blindgängern der Bombardements ist etwa die Hälfte der Landesfläche bis heute betroffen. Die Opfer –– besonders unter der Landbevölkerung – sorgen auch heute nicht für Schlagzeilen in der westlichen Presse, können also auch nicht der ausschlaggebende Grund für Laos‘ –– von Luang Prabang einmal abgesehen –– fast unangetastete touristische Jungfräulichkeit sein, womit– ein zweiter Grund für die relative Unbekanntheit des Landes benannt wäre. Eher liegt es wohl daran, dass Laos der einzige Binnenstaat Südostasiens ist. Will sagen: Es gibt dort keine Strände. Hinzukommt, dass es dem Land auch ansonsten weitgehend an der Infrastruktur fehlt, welche die Voraussetzung darstellt, dass Reiseveranstalter sich vom Bau von Hotels einen Gewinn versprechen.

Doch mit dieser Feststellung habe ich mich schon zu sehr der Gegenwart angenähert, und die Geschichte, um die es hier geht, spielt ja im Laos der späten 70er. Rekapitulieren wir, was wir vielleicht irgendwann einmal gelernt haben – und wenn nicht, dann lernen wir es eben jetzt:

Während des Zweiten Weltkriegs war Laos vorübergehend von den Japanern besetzt worden, die sich allerdings aus dem Land zurückziehen mussten, nachdem die amerikanischen Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki sie endgültig in die Knie gezwungen hatten. Am 12. Oktober 1945 erklärte Laos seine Unabhängigkeit, gelangte aber am 19. Juli 1949 mit der Unterzeichnung des französisch-laotischen Vertrages wieder unter die Herrschaft der Franzosen, die schon im 19. Jahrhundert dort als Kolonialmacht aufgetreten waren. Mit besagtem Vertrag waren nicht alle Laoten einverstanden. Es entstand die Unabhängigkeitsbewegung Lao Issara (Freie Lao). Frankreich verlor nach und nach an Einfluss, unterlag in Vietnam und gab anlässlich der Genfer Konferenz (21. Juli 1954) alle Ansprüche in Indochina auf. Damit erlangte Laos seine vollständige Souveränität, derer es sich aber aus den oben geschilderten Gründen nicht lange erfreuen konnte.

Vor diesem historischen Hintergrund ist die für unser Verständnis sehr ungewöhnliche berufliche Karriere von Dr. Siri Paiboun zu betrachten. Während der Kolonialzeit hatte er in Paris Medizin studiert, nicht ahnend, dass er seinen Beruf im für laotische Verhältnisse methusalemischen Alter von 72 Jahren (die Lebenserwartung in Laos liegt auch heute nur bei 54 Jahren) noch immer ausüben würde –– praktizierend allerdings nicht am lebenden Patienten, sondern „zwangsrekrutiert“ als einziger Leichenbeschauer des Landes. Ohne die geringste Erfahrung in der Pathologie geht er ans Werk, alte französische Lehrbücher auf einem Notenständer neben dem Seziertisch. Sein Gehilfe, Herr Geung (ein leichter Fall von Down-Syndrom), blättert auf Befehl die Seiten um. Während mehrerer Monate stellen die eingelieferten Toten auch keine allzu große Herausforderung dar. Dann aber wird die Gattin eines hohen Parteifunktionärs eingeliefert –– scheinbar mitten während eines Galadiners tot vom Stuhl gekippt. Dr. Siri bemerkt einen Geruch von Tigerbalm, und Herr Geung, mit einer noch empfindlicheren Nase ausgestattet, riecht … Nüsse. Endlich ein interessanter Fall. Doch wie es oft im Leben geht: Erst passiert gar nichts und dann alles auf einmal. Warum die Herren Tran, Tran und Hok in recht unerfreulichem Zustand im Nan-Ngum-Stausee, unweit zweier als Umerziehungslager dienender Inseln landen, wird hier nicht verraten. Nur so viel noch: Bei seinen Ermittlungen hat Dr. Siri nicht nur gegen einen Untersuchungsrichter zu kämpfen, dem man zu früh ein zu hohes Amt anvertraut hat, sondern gerät auch selbst in Gefahr und trägt es, wie auch alles andere was ihm widerfährt, mit jener Art von Humor, für den eine Portion Weisheit die Voraussetzung ist.

Zum Autor:

Colin Cotterill, 1952 in London geboren, weiß, wovon er schreibt. Der Mann, der eigentlich ein berühmter Karikaturist werden wollte, und dann, relativ spät und nach einigen Anfangsschwierigkeiten, ein inzwischen recht berühmter Kriminalschriftsteller geworden ist, kennt das Land, in dem er seinen Dr. Siri angesiedelt hat, denn er selbst hat zwanzig Jahre lang in Asien –– meistens in Laos –– als Lehrer gearbeitet und Lehrer ausgebildet. Zu seinen großen Anliegen gehört der Kampf für Kinderschutz und gegen Kinderprostitution. Zurzeit lebt Cotterill mit seiner Frau Kyoto und sechs neurotischen Hunden in Chumphon am Golf von Siam. Er hört gerne Jazz, fährt die 20 Kilometer zum Postamt mit dem Fahrrad und hat –– lt. Selbstauskunft –– gegen ein Gläschen Rotwein nichts einzuwenden.

In einem Krimi-Couch-TV gegebenen Interview (Wo in Afrika liegt Laos?) entgegnete Coterill auf die Bemerkung, das kommunistische Regime in Laos zu jener Zeit erscheine dem Leser als gar nicht so schlimm: „“Alles, was nicht Krieg ist, ist eine Verbesserung.“

CD-Cover

Colin Cotterill
Dr. Siri und seine Toten
gelesen von Jan Josef Liefers
Random House Audio Editionen, gekürzte Lesung, 2009
ISBN-13: 978-3837100907

Ich habe beschlossen, dieses Jahr einen besonderen Beitrag zur Schonung der Umwelt zu leisten, und auf eine Auslandsreise mit dem Flugzeug zu verzichten. Ich bin zwar auch im letzten Jahr und im Jahr davor und im Jahr davor …… nirgendwohin geflogen, aber ich tue mal so, als wäre mein diesjähriger Verzicht ein besonderer.

„Reisende sind merkwürdige Wesen, die große Distanzen zurücklegen und viele Kosten dafür in Kauf nehmen, Neues zu sehen, ohne sich die Mühe gemacht zu haben, den Blick auf die eigenen Füße oder ihre Köpfe zu richten, wo sich so viel Einzigartiges und auch Unbekanntes abspielt, wie man es sich nur wünschen kann.“

aus Voyage autour de mon jardin (1845) von Alphonse Karr

Da ich meine eigenen Füße und auch meinen Kopf schon ziemlich gut zu kennen glaube, habe ich zu einem Hilfsmittel gegriffen und heute 15 (fünfzehn!) CDs erworben – jeweils herabgesetzt vom ursprünglichen Verkaufspreis von 9,99 Euro€ auf einen Euro (Woolworth), bei denen es sich um Audio-Guides zu folgenden Zielen Handelt: Amsterdam, Stockholm, Budapest, Prag, Wien, Salzburg, Venedig, Mailand, Rom, Paris, die Côte d’Azur, Mallorca, Madrid, Teneriffa und Lissabon. Darüber hinaus habe ich auch noch eine Doppel-CD über die Route 66 gekauft. Ich glaube, das reicht für dieses Jahr.

Ich weiß nicht, warum das Taschenbuch nur den Kurztitel „“Deine Juliet““ trägt. Sicher ist, dass ich es – mit diesem Titel – nicht gekauft hätte, denn der Name der Autorin sagte mir nichts. Noch nie gehört! Mary Ann Shaffer, wer ist das?

Bei Wikipedia erfährt man über die Autorin, dass sie 1934 in West Virginia geboren wurde, 2008 in Kalifornien starb, und dass sie einen Großteil ihres Lebens als Buchhändlerin und Bibliothekarin verbracht hat. Ein einziges Buch hat sie geschrieben –– eben diesen Roman. Vielleicht muss man es ja wenigstens ein Mal selbst versucht haben, wenn man sein Leben lang mit Büchern zu tun hatte. All das hätte mir als Empfehlung wohl nicht genügt. Da sind noch so unendlich viele und wichtige Bücher, wie ich selbst finde, oder wie behauptet wird, die ich lesen möchte. Doch erstens war das, worauf mein Blick zufällig fiel, nicht das Taschenbuch mit dem wenig sagenden Titel, sondern das Hörbuch, dem der Verlag den vollen Titel gegönnt hatte: „“Deine Juliet – Club der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf““, und dann stand es –– mich provozierend –– auch noch im recht übersichtlichen CD-Regal eines Drogeriemarktes. Ein „Mitnahmeartikel“ sozusagen. Etwas, das Leute kaufen, die doch eigentlich nur Waschpulver oder Babynahrung wollten. Jemand, der –regelmäßig in Buchhandlungen stöbert, kauf keine Bücher oder Hörbücher, die neben Klopapier und Flüssigseife angeboten werden. Aber da war eben dieser komische Titel. Guernsey = Kanalinsel. Ich habe noch nie etwas gelesen, dessen Handlung auf Guernsey spielt –– schon gar keine Dichtung. Und was, bitte, soll ich mir unter Kartoffelschalenauflauf vorstellen?

Durchaus darauf gefasst, mich über meinen Spontan-Einkauf zu ärgern, legte ich abends die erste CD in das Abspielgerät und war –– noch bevor ich sie zur Hälfte gehört hatte –– vollkommen bezaubert.

„“Deine Juliet““ ist –– ganz konsequent und ohne dass einem das jemals auf die Nerven fällt –– ein Briefroman, bestehend aus der Korrespondenz der jungen Londoner Journalistin Juliet Ashton mit einer Reihe von Personen. Die Briefe stammen aus dem Jahr 1946, ihr Inhalt aber erzählt eine weiter in die Vergangenheit reichende Geschichte.

Juliet hat gerade ihre Kolumne „“Spectator““, welche sich während des Krieges großer Beliebtheit erfreut hatte, als Buch veröffentlich, als sie den Brief eines gewisser Dawsey Adams erhält, der auf Guernsey lebt und sie bittet, ihm eine Buchhandlung in London zu empfehlen, in der er „ weitere Werke“ von Charles Lamb bestellen könnte. Dass er sich mit dieser Bitte ausgerechnet an Juliet wendet, liegt daran, dass er ihren Namen und ihre Adresse in einer antiquarisch erworbenen Ausgabe von Lambs „„Ausgewählten Essays““ gefunden hat. Dawsey erklärt, dass er Mitglied des Clubs der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf sei und ihn dieses Buch während des Krieges und der deutschen Besatzung der Kanalinsel oft aufgeheitert habe. Juliet kommt seiner Bitte nach, und es bleibt nicht der letzte Brief. Bald schreiben ihr auch andere Mitglieder des Clubs. Brief um Brief entfaltet sich die Geschichte zu einer seltsam schönen und fast sehnsüchtig machenden Blüte.

Im Zentrum der Handlung stehen neben Juliet, ihr bester Freund, der gleichzeitig ihr Verleger ist, und ein Mann, der Juliet mit seinen Heiratsabsichten verfolgt. Dann wären da aber auch noch Elizabeth und deren große Liebe, ein deutscher Offizier, die wir nie kennen lernen werden, weil Elizabeth, nachdem sie einen kriegsgefangenen Zwangsarbeiter versteckt und gesund gepflegt hatte, in ein KZ verschleppt wurde. Und während alle auf ihre Heimkehr hoffen und bis dahin sich rührend um Elizabeths uneheliche Tochter kümmern, entsteht das Bild eines Dorfes, um nicht zu sagen, der ganzen Insel und einer Facette der Geschichte des Zweiten Weltkriegs, die nicht eben oft Erwähnung findet –- verglichen z.B. mit der Normandie.
Wenig überraschend, fährt Juliet bald selbst nach Guernsey, und stilistisch ist es schon bewundernswert, wie Mary Ann Shaffer auch jetzt den Briefroman durchhält, ohne dass es angestrengt wirkt. Einfühlsam gelesen von Luise Helm, Uve Teschner, Johannes Steck u.a., ist es ein solches Hörvergnügen, dass man der Autorin das romantische Happyend, welches den Roman am Ende etwas verflachen lässt, leicht verzeihen kann.

Cover: "Deine Juliet" von Mary Ann Shaffer

Mary Ann Shaffer
Deine Juliet – Club der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf
Argon-Hörbuch (6 CDs, 7 Stunden und 29 Minuten)
ISBN-10: 3839892007

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