Alexandre Gustave Eiffel, Konstrukteur des Pariser Eiffelturms, 1832 als Alexandre Gustave Bonickhausen dit Eiffel in Dijon geboren trug, den Namenszusatz Eiffel weil sein deutscher Vorfahr, Leo Heinrich Bönickhausen, in der Eifel gelebt hatte und der Name Bönickhausen für die Franzosen einen Zungenbrecher darstellte. – „Eiffel können sie allerdings auch nicht richtig aussprechen“, beschließt der 1933 gerade noch rechtzeitig mit seiner Familie aus Berlin geflüchtete jüdische Schriftsteller Arthur Kemper seinen kleinen Diskurs. Seine Kinder Max und Anna hatten sich darüber beklagt, immer wieder neue Sprachen lernen zu müssen (nach Schwyzerdütsch nun Französisch, und Englisch wird ihnen auch nicht erspart bleiben).

Die Szene ist eine von zweien oder dreien, die gedämpfte Heiterkeit im Kinosaal erzeugten. Ein Schenkelklopfer war dieser Film natürlich nicht. Dem Vernehmen nach gibt es dennoch kritische Stimmen, die sich fragen, ob die positive Grundhaltung (Flucht als Chance begreifen) und leichte Erzählweise dem konkreten Thema (Holocaust) angemessen sei. Ich bleibe bei meiner Meinung, dass Judith Kerrs Roman mit autobiographischen Zügen „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ (Deutschen Jugendliteraturpreis 1974) zum Kanon der Jugendbücher gehört. Eine gute Idee, die Verfilmung als Weihnachtsfilm in den Kinos einem breiteren Publikum als üblich vorzustellen – auch wenn ihn. wie ich fürchte, wieder nur die falschen Richtigen und nicht die richtig Falsch(denkend)en sehen werden. 

Die Sache mit Eiffel und seinem richtigen Namen wird mir fortan im Gedächtnis bleiben, jedenfalls der Umstand als solcher, denn ob ich mir „Bonickhausen“ merken kann …

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl (Deutschland, Schweiz 2019)
Regie: Caroline Link

Der zugrunde liegende Roman:

Judith Kerr
Als Hitler das rosa Kaninchen stahl
Übersetzung von Annemarie Böll
Deutsche Erstausgabe. Maier Verlag, Ravensburg 1973
ISBN 978-3-473-35007-0