Ich weiß nicht, wie vielen Menschen in Buchhandlungen, Bibliotheken und bei Verlagen ich schon auf die Nerven gegangen bin bei meinem Versuch, herauszufinden, wann das erste Jugend- bzw. Schüler-Lexikon herausgegeben wurde. Und nun scheint eines der in meinem Regal stehenden Lexika die Frage beantwortet zu haben. In Knaurs Jugendlexikon (1953) stieß ich gestern auf den Eintrag:

Johann Amos Comenius hat durch seine mit vielen Bildern versehenen Schulbücher das Lernen anschaulicher und einfacher gemacht. Er wurde 1592 in Mähren (in der heutigen Tschechoslowakei) geboren, lebte später in vielen Ländern Europas und starb 1670 in Amsterdam. Er wirkte unermüdlich für eine bessere Erziehung der Jugend und friedliche Verständigung der verschiedenen Religionsbekenntnisse untereinander. Sein „Orbis pictus“, d.h. „Die Welt in Bildern“, wurde fast 200 Jahre lang immer wieder neu gedruckt und ist das älteste Jugendlexikon.

Und was noch viel schöner ist: Nachdrucke dieses über 300 Jahre alten Werkes gibt es auch heute noch. Allerdings werden sie eher nicht als Lexika, sondern im Latein-Unterricht gebraucht.

Johann Amos Comenius
Orbis pictus – Die Welt in Bildern
Hansebooks, 201
ISBN 978-3-7434-7843-5