WeltzeituhrIch habe ja versprochen, noch einen kurzen Bericht von unserer Reise nach Weimar am vergangenen Wochenende zu geben. Auch wenn ich als frisch aufgebackene Großmutter gut beschäftigt bin und dazu noch an der Neuauflage des Hopper-Blogs bastele – soviel Zeit muss sein. Diesmal waren wir nur für anderthalb Tage dort, genau genommen, nur für einen Tag – aber darauf komme ich noch. Es war gerade mal Zeit, die Eindrücke von den letzten beiden Reisen nach Weimar aufzufrischen. Wir umkreisten also am Sonntagmorgen, wie es sich für Weimar-Touristen gehört, das Goethe-und-Schiller-Denkmal auf dem Theaterplatz. Darauf, es abermals abzulichten, habe ich diesmal verzichtet und knipste dafür den Goethe aus Kunsstoff, der unmissverständlich darauf hinweist, dass man das Weimar-Haus besuchen soll, was wir – später am Nachmittag – auch taten. Mich amüsiert diese Mischung aus kultureller Bildung und Geisterbahn immer wieder aufs Neue, und gemessen am Münchner Oktoberfest ist der Eintritt von 7,50 Euro geradezu hinterhergeschmissen.
Goethe-Figur vor dem Weimar-Haus

Zunächst aber widmete ich meine Aufmerksamkeit den Stühlen vor dem Eiscafé Venezia, ergänzten sie doch zu dieser Stunde meine „Farbenleere“.

Weimar, 13. September 2015

Willensstark am Café Frauentor vorbei (wir hatten doch gerade erst gefrühstückt), kurvten wir Richtung Marktplatz.
Weimar, 13. September 2015Hier vergewisserte ich mich, dass der Hutladen, vor dem ich vor vier Jahren die Köpfe mit Sommerhüten fotografiert hatte, noch da war. Der Jahreszeit entsprechend, waren nun die Kopfbedeckungen andere, und die Köpfe schauten durch die Fenster auf das Treiben auf dem Platz.

Weiter ging es zum Schlossmuseum, dessen Besuch sich in Anbetracht der umfangreichen Sammlung nur empfiehlt, wenn man ordentlich Zeit mitgebracht hat. Wir begnügten uns mit einem Gang über den Schlosshof und stellten fest: Es gibt in Weimar nicht nur leere Stühle, sondern auch eine leere Ritterrüstung. Ein Hinweis, um wen es sich bei dem müden Krieger handelt, fehlte.

Weimar, 13. September 2015

Privatfoto

Gar nicht müde dagegen waren meine Begleiter. Tochter und Schwiegersohn lieferten sich ein Fotoduell.

Weimar, 13. September 2015Es folgte ein flotter Spaziergang durch den Ilmpark zu Goethes Garten, wo ich in Ermangelung einer „letzten Rose“ diese prachtvollen Silberdisteln fotografierte. Der Weg hinauf zur Straße am Horn fiel mir nicht leicht. Gefälle und Steigungen sind einfach nicht mehr mein Ding. Aber die Anstrengung hat sich gelohnt. Das Haus am Horn war geöffnet, und da an diesem Sonntag Tag des offenen Denkmals war, mussten wir nicht einmal Eintritt bezahlen. Als wir danach den Marktplatz wieder erreichten hatten wir uns a) ein Hefeweizen und b) eine echte Thüringer Rostbratwurst redlich erlaufen, und die Rostbratwurst hier ist die beste, die ich kenne.
Nach einem Besuch des Historichen Friedhofs haben wir uns dann doch noch Kaffee und Torte im „Frauentor“ gegönnt. Und dass ich das Bild vom Bild (Franz Liszt porträtiert von Ary Scheffer, 1837) verstolpert habe, liegt nicht daran, dass ich zum Kaffee etwa ein Likörchen … Das Bild hat sich gewehrt. Es wollte wohl als Plakat an einer Litfaßsäule (2011) in meiner Erinnerung bleiben.
Leipzig, 14. September 2015Das aus einem weiteren halben Tag in Weimar nichts wurde, lag am Wetter. Der Montag wartete mit reichlich Regen auf. Dazu sind montags die Museen geschlossen. Es gab also auch keine Indoor-Aktivitäten, denen wir hätten frönen können. So fuhren wir mehr oder weniger kurzentschlossen (Entschlüsse in strömendem Rege zu fassen, ist gar nicht einfach) nach Leipzig. Und – verflixt nochmal! – ich konnte meine Begleiter wieder nicht zum Essen in Aauerbachs Keller überreden. Dafür aber zu leckerer Torte im benachbarten Café Diabolo. Merke: Schlechtes Wetter ist gar nicht gut für die Figur.
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