Fritz Lang und Thea von Harbou
Fritz Lang mit seiner Ehefrau, der Schriftstellerin Thea von Harbou in der Wohnung in Berlin-Schmargendorf, Hohenzollerndamm 52. Aufgenommen 1924, erschienen in Die Dame, 11/1924
Foto: Waldemar Titzenthaler

„“Er ist das Kino““, hat Jean-Luc Godard über Fritz Lang gesagt. Der am 5. Dezember 1890 in Wien geborene und am 2. August 1976 in Beverly Hills gestorbene Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler hat mit Filmen wie „“M““ oder „„Metropolis““ deutsche und internationale Filmgeschichte geschrieben. Doch neben dem „Großen Fritz“ wie DIE ZEIT ihn im Dezember 2014 anlässlich des Erscheinens von Norbert Grobs Fritz-Lang-Biographie nannte, gab es auch den privaten Lang, den Ehemann und Liebhaber. Aber wie bei allen großen Künstlern, ließen sich auch bei Lang Privatleben und Berufung nicht scharf voneinander trennen –- auch wenn Lang selbst das Seinige dazu tat. Seine erste Ehe mit Lisa Rosenthal hielt er sogar geheim, doch schon im Jahr nach der Hochzeit fand Lisa durch einen Schuss aus Langs Browning-Revolver den Tod. Die näheren Umstände wurden nie geklärt, und als Todesursache wurde ein „Unglücksfall“ beurkundet. Es wird aber davon ausgegangen, dass sie sich spontan das Leben nahm, unmittelbar nachdem sie von der Affäre ihres Mannes mit Thea von Harbou erfahren hatte.

Im August 1922 heiratete Fritz Lang seine zwei Jahre ältere Geliebte. Das Paar hatte sich 1919 durch Harbous Tätigkeit als Drehbuchautorin kennengelernt. Von nun an und bis zu Langs Emigration in die USA (1933) schrieb sie alle seine Drehbücher. Zu den gemeinsamen Filmprojekten zählen der Zweiteiler „“Die Nibelungen““ (1924) und „„M““ (1931) sowie die Verfilmung von Harbous Roman „„Metropolis““, für die sie parallel das Drehbuch schrieb.

Die Arbeitsgemeinschaft Fritz Lang/Thea von Harbou hielt zwar bis 1933, die Ehe bestand zu diesem Zeitpunkt aber nur noch auf dem Papier. Grund für die Trennung war die Liaison von Fritz Lang mit der Schauspielerin Gerda Maurus. Doch im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin tröstete sich Thea von Harbou; sie lernte beim Schnitt des Films „„Das Testament des Dr. Mabuse““ den Inder Ayi Tendulkar kennen, mit dem sie in den folgenden Jahren zusammenlebte. Lang und Harbou wurden im April 1933 geschieden. Thea von Harbou starb am 1. Juli 1954 in Berlin.

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