Dass man für seine Stimme etwas (tun) kann, ist keine neue Erkenntnis, sondern wird z.B. an Schauspielschulen praktiziert, seit es sie gibt. Den ersten Sprechunterricht erhalten Menschen jedoch üblicherweise von den Eltern: „“Sag Mama, Ma-ma, Mammm-ma!““ Irgendwann klappt es, und das Kind sagt „Mama“, oft noch bevor es freihändig stehen kann. Dabei wird nicht nur das Wort wiederholt und in seiner Bedeutung mehr oder weniger verstanden, denn auf Papas Arm lautet die Aufforderung …… Na, wie wohl? Es findet auch ein Versuch statt, den Klang der Stimme zu imitieren.

Inzwischen haben Wissenschaftler festgestellt, dass dieser Lernprozess noch viel früher einsetzt, nämlich schon im Mutterleib -– während des letzten Drittels der Schwangerschaft. Es ist also nicht nur sinnvoll, das Ungeborene mit Musik zu berieseln, auch die Sprachmelodie der Eltern, welche das kindliche Ohr jetzt schon erreicht, wirkt sich vorbildend aus. Den Beweis erbrachten Stimmaufzeichnungen bei jeweils 30 Neugeborenen in Frankreich und Deutschland. Während die deutschen Babys ein abfallende „Melodie“ schrien, war es bei den kleinen Franzosen eine ansteigende Tonfolge.

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Quelle: Current Biology 19, 1994–1997, December 15, 2009

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