Vorschaubild Welt im Film 24/1945 Vorschaubild Welt im Film 24/1945 Vorschaubild Welt im Film 24/1945

Die Worte „heute vor siebzig Jahren“ hört man in diesen Tagen oft, und meistens beziehen sie sich auf die Befreiung eines Konzentrations- oder Arbeitslagers, und der Jahrestag ist Anlass zu Gedenkstunden am jeweiligen Ort. Mit der Befreiung ging für die Befreier ein Grauen einher, ein Nicht-fassen-Können dessen, was sie vor- und herausfanden, und was niemals vergessen werden darf. Es verwundert also nicht, wenn es das ist, woran wir Heutigen zuerst denken, wenn wir die Worte hören: „Heute, vor siebzig Jahren…“

Dass in dem Jahr, in dem der Zweite Weltkrieg endete, aber viel mehr geschah, als dass Befreiung auf Befreiung, Entsetzen auf Entsetzen folgte –- immer zu spät aber endlich doch, kam mir so recht zu Bewusstsein, als ich im Bundesarchiv auf die „Welt im Film“ vom 26. Oktober 1945 stieß, eine Wochenschau, wie man sie damals vor dem Hauptfilm in den Kinos zeigte. Sie beginnt nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes mit einer Achterbahnfahrt (Eröffnung eines Vergnügungsparks in Hamburg), sondern sie ist es auch inhaltlich insgesamt, denn auf das von Drehorgelmusik untermalte bunte,– wenn auch noch schwarz-weiß gefilmte –Treiben folgen die Bilder von der Ankunft der Teilnehmer des Internationalen Gerichtshofes in Berlin, als Vorspiel der Nürnberger Prozesse, und danach der Bericht über einen Sturm über Florida usw., usf.

Ich hatte nach „Fahrstuhlführern“ gesucht. Auch über sie gibt es einen Bericht, und dass diese Wochenschau die Gründung der Süddeutschen Zeitung zeigt, war sozusagen eine Draufgabe für mich. Doch bevor ich mich auf das Thema „Fahrstuhlführer“ näher einlasse, hier und für heute der Tipp, sich die Welt im Film 24/1945 einmal anzusehen – 20 Minuten und 17 Sekunden dessen, was vor 70 Jahren geschah. Nicht alles ist gleichermaßen wichtig, aber es ist Kontext, und mich stimmt es nachdenklicher, als wenn mein Blick nur in eine Richtung gelenkt wird.

Anmerkung für Trithemius: Einen vom Leben vielleicht gebeutelten aber doch wenigstens den Krieg überstanden habenden Schiffschaukelbremser oder (Immer positiv denken!) Schiffschaukelanschieber sieht man dort auch für einen ganz kurzen Moment (bei den Schuhplattlern).

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