Stolperstein für Paul Fürst

Paul Wilhelm Fürst wurde am 14. April 1889 als Sohn von Matthäus Fürst und seiner Frau Ernstine Wilhelmine Pauline (geb. Wandrey) in Berlin geboren. Das Ehepaar hatte zwei weitere Kinder: Klara Hedwig Viktoria, die später den Ehenamen Staatz führte, und Wilhelm Fürst. Die Ehe der Eltern wurde geschieden.

Von 1920 bis zu ihrem Verbot 1933 war Paul Fürst Mitglied der SPD und arbeitete in der Neuköllner Geschäftsstelle der Partei oft ehrenamtlich mit. Im Hauptberuf war er zu jener Zeit Justiz-Angestellter, bis er sich in der Gontardstraße 2, in der Nähe des Alexanderplatzes –- dort, wo sich früher das Hotel Alt-Berlin befunden hatte -– mit einer Buchhandlung nebst kleinem Verlag selbständig machte. Darüber hinaus engagierte er sich in der „Deutschen Liga für Menschenrechte“.

Eingang des Hauses Bruno-Bauer-Str. 17a in Berlin-Neukölln

Eingang des Hauses Bruno-Bauer-Str. 17a in Berlin-Neukölln

Da Paul Fürst auch sozialistische Literatur verlegte und vertrieb, erhielt er Anfang 1938 Berufsverbot. Im Dezember 1940 beschlagnahmte die SA seinen gesamten Bücherbestand, und er selbst wurde in „“Schutzhaft““ genommen und nach einigen Tagen in das KZ Sachsenhausen überführt.

Ende Juni 1941 wurde Paul Fürsts Mutter, die mit ihrem Sohn zusammen in der Neuköllner Bruno-Bauer-Str. 17 gelebt hatte, der Totenschein zugestellt, demzufolge ihr Sohn am 6. Juni 1941 um 18:30 Uhr im Häftlingskrankenhaus des KZ Sachsenhausen an Kreislaufschwäche und doppelseitiger Lungenentzündung gestorben sei.

Quellen:
Seite der Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin
Ansprache anlässlich der Verlegung des Stolpersteins am 29.11.2012, veröffentlicht auf der Seite von proNeubritz e.V.

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