Stolperstein für Karl Hirschberg

Karl Hirschberg, geboren am 10. April 1906 in Berlin, wuchs im Bezirk Karlshorst auf und wurde, wie sein jüdischer Vater, Installateur.

Im April 1932 heiratet er die Arbeiterin Agnes Brearzyk. Das Ehepaar bewohnte eine Laube in einer Kleingartenkolonie, schloss sich der KPD an, und Karl Hirschberg engagierte sich im Kampfbund gegen den Faschismus. Er gehörte zu denjenigen, die die Arbeit des Kampfbundes auch nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten aktiv unterstützten –- nun allerdings in der Illegalität. Dies trug ihm 1938 eine kurzzeitige Verhaftung ein. 1939 wurden die Hirschbergs wegen ihrer politischen Haltung aus der Kleingartenkolonie verwiesen und zogen nach Kreuzberg, in die Görlitzer Straße 43.

Eingang des Hauses Görlitzer Straße 43

Karl Hirschberg muss ein stolzer Mann gewesen sein, der über die Rechte von Arbeitern nicht nur schwadronierte. Jedenfalls hielt der Umstand seiner halbjüdischen Herkunft ihn nicht davon ab, mit Hinweis auf die schlechte Ernährungslage Überstunden zu verweigern, als er Anfang Juli 1942 Installationsarbeiten in einer Villa am Wannsee ausführen sollte. Statt den Handwerker mit einer Brotzeit zu überzeugen, zog die Wohnungsinhaberin es vor, sich bei der Leiterin der NS-Frauenschaft über diese Unverschämtheit zu beklagen, und diese machte dem Ortsgruppenleiter der NSDAP Meldung. Nach etwa drei Wochen erhielt Hirschberg eine Vorladung der Gestapo.

Bis zum 30. Juli 1942 hielt man ihn im Polizeipräsidium fest und schickte ihn anschließend in das „Arbeitserziehungslager“ (AEL) Wuhlheide. Dort starb Karl Hirschberg am 21. September 1942 an den Folgen von Misshandlungen und Auszehrung. Er wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Weißensee beigesetzt.

Agnes Hirschberg, die Witwe, bemüht sich in den fünfziger Jahren vergeblich um eine Anerkennung als Verfolgte des Naziregimes.

Quelle:
Kreuzberger Gedenktafel für Opfer des Naziregimes 1933 – 1945

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