Es lässt sich nicht verleugnen: Ich bin nicht so recht auf dem Kien. Das mag zwar der so überflüssige wie nicht gesuchte Beweis dafür sein, dass ich den Höhepunkt meiner geistigen Kräfte überschritten habe, aber vielleicht stellt sich ja doch heraus, dass die jüngsten Schlappen eben nur ein Formtief sind. So bin ich zum Beispiel offenbar zu blöd, die digitale Ausgabe von „Bleeding in Black & White“ im Netz zu finden. Oder bin ich einfach zu schnell, und Colin Cotterill hat den Roman noch gar nicht – wie in seinem Diary angekündigt – veröffentlicht, sondern ist erst im Begriff, …?

Nicht zu schnell, sondern ganz zweifellos zu langsam war ich, was Axel Hackes Präsentation seines neuen Buches „Das kolumnistische Manifest“ betrifft. Da gehört zu den regelmäßig wiederkehrenden kleinen Freuden meines Rentnerdaseins der freitägliche Kauf der Süddeutschen, bei der ich zuerst das Streiflicht lese, um dann zwischen den Seiten der Zeitung das Magazin herauszufischen, es hinten aufzuschlagen und mir Axel Hackes Kolumne Das Beste aus aller Welt zu Gemüte zu führen, und dann tritt Hacke zur Lesung aus seinem neuesten Buch praktisch bei mir um die Ecke, also im Schlosspark-Theater an, und ich kriege das erst mit, als am folgenden Morgen im Radio die total begeisterte Anna Pataczek davon berichtet.

Seitdem ich unlängst mit meinem Klappküchenbarhocker zusammengebrochen bin und deshalb nun auf einem zu niedrigen Stuhl am Tresen throne, hatte ich es wenigstens leichter, vor Wut in die Tischkante zu beißen.

Und jetzt fahre ich in die Schlossstraße, und wenn sich dann herausstellt, dass das Buch VERGRIFFEN ist, dann, dann, … Dann kaufe ich mir aus Frust vermutlich eine Kilopackung Pralinen und hinterlasse meine Bissspuren zukünftig in den Fußbodenfliesen.

Hacke_Das_kolumnistische_Manifest
Axel Hacke
Das kolumnistische Manifest
Das Beste aus 1001 Kolumnen
Kunstmann, 4. März 2015
ISBN: 978-3-95614-026-6

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