Nur wenige Tage ist es her, das mir abends vor dem Einschlafen – weiß der Geier, warum – mein Schulatlas einfiel, genauer: darin enthaltenen Landkarten, welche an Stelle der üblichen braun-gelb-grün-blauen Draufschau auf Teile der Oberfläche unseres Planeten, gespickt waren mit Symbolen für Landwirtschaft, Bergbau, Industrie, … Ich bin (immer noch) ein Stadtkind. Vielleicht liegt es daran, dass mir die Orientierung an den Spuren menschlichen Handelns und ihrer Ikonographie leichter fiel und fällt, als an Bergen, Tälern und Flussläufen. Jedenfalls mochte ich diese Karten in meinem Atlas, so wie ich Karten im Kopf mag, und mit dem Bild winziger Fabriken, Fördertürme, Kühe und zu Garben gebundener Ähren schlief ich ein.

Gestern nun wurde ich auf eine Webseite aufmerksam, die einerseits mit einer Vielzahl von Karten aufwartet, andererseits ein Thema vertieft, dass ich im ersten Eintrag dieses Jahres schon angerissen habe: Europa der Regionen. Der neue Atlas des europäischen Forschungsnetzwerks ESPON veranschaulicht die Lebens- und Standortbedingungen in den europäischen Regionen. Rund 180 Karten und Grafiken vermitteln mit kurzen Erläuterungstexten ein Bild davon, wie sich Europas Regionen entwickeln, welche Stärken sie haben und wo die Unterschiede sich zu Problemen entwickeln könnten.

Die Online-Version des Atlas – konzipiert und erstellt vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ist interaktiv, steht allerdings leider nur in einer englischsprachigen Version zur Verfügung: http://atlas.espon.eu/

ESPON ist ein europäisches Forschungsnetzwerk, in dem sich wissenschaftliche Einrichtungen aus 28 EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen, Schweiz, Liechtenstein und Island zusammengeschlossen haben. Die wissenschaftlichen Analysen sollen die Weiterentwicklung von EU- und nationalen Förderpolitiken unterstützen. Ziel ist eine Stärkung des territorialen Zusammenhalts in Europa.

idw – Informationsdienst Wissenschaft

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