Ich habe Tod auf Kredit zuerst gelesen, und hätte wohl besser mit Reise ans Ende der Nacht beginnen sollen. Aber das trifft nur mich selbst. Explizit werde ich hier über keines der beiden Bücher schreiben. Wichtiger erscheint mir die Biografie des Autors, der seinerseits sagte, der Inhalt seiner Romane sei weniger wichtig als die Sprache, in der sie abgefasst sind. Eine Sprache, die alles in den Dreck zu ziehen scheint, bis man begreift, dass es da auch vorher schon war, aber noch niemand es in so krassen, unsere Erziehung beleidigenden Worten gesagt hat. – Warum Céline, und warum niemand sonst? Es mag an der Übersetzung ins Deutsche liegen. Besser gesagt, es kann ja nur an der Übersetzung liegen, dass ich auf jeder Seite Worten begegne, die ich lange nicht mehr gehört habe, die mir aber aus den Erinnerungen an meine Großeltern noch sehr vertraut sind. Ein aus der Mode gekommenes Niederdeutsch mit hier und da einer französischen Anleihe. Aber dann sind da auch die Worte, die meine Großeltern nie in den Mund genommen hätten – Unmengen davon. Vor achtzig Jahren etwas Unerhörtes (Ungelesenes). Und gleichzeitig lässt diese Sprache auch Poesie nicht vermissen. Der Regen Englands ist ein hängendes Meer … Man ertrinkt darin allmählich …

Es ist diese Sprache, die Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Philosophen veranlasst, Louis-Ferdinand Céline den Status eines Genies zuzuerkennen. Aber nicht alle von ihnen vertreten die Auffassung, man müsse einem Genie alles verzeihen.

Louis-Ferdinand Céline, dessen bürgerlicher Name Louis-Ferdinand Destouches lautete, wurde am 27. Mai 1894 in Courbevoie, nahe bei Paris geboren. Seine Kindheit als einziger Sohn einer Nippeshändlerin und eines Bilanzbuchhalters wurde von der unglücklichen Ehe seiner Eltern und finanziellen Nöten überschattet. Nachdem er das Gymnasium verlassen hatte und drei Versuche, eine kaufmännische Ausbildung zu absolvieren, gescheitert waren, trat er 1912 den Wehrdienst an.

Am Ersten Weltkrieg nahm er als Freiwilliger teil. Im Herbst 1914 brachte ein tolldreister Melderitt, bei dem er schwer verwundet wurde, den jungen Kavallerie-Unteroffizier auf die Titelseite der „Illustré National“. Kurz darauf wurde ihm die Médaille militaire verliehen. Gleichzeitig aber wurde er aufgrund seiner Kriegsverletzung für dienstuntauglich befunden. Im Lazarett hatte man ihm eine Kugel aus dem Kopf und eine weitere aus der Brust entfernen müssen. Ein Arm blieb teilweise gelähmt, und er litt unter einer Angst-Psychose.

1918 nahm Louis-Ferdinand Destouches ein Studium der Medizin an der Universität Rennes auf, absolvierte 1919 das Baccalauréat und heiratete die Tochter des Direktors der dortigen medizinischen Hochschule, Edith Follet. Neun Monate später wurde die gemeinsame Tochter Colette geboren. Da die Folgen seiner Kriegsverletzung ihn daran hinderten, Chirurg zu werden, spezialisierte sich Destouches auf Seuchenmedizin. 1924 promovierte er mit einer Dissertation über Semmelweis, die sich eher wie ein Roman als wie eine wissenschaftliche Arbeit liest und später (1936) mit unwesentlichen Änderungen tatsächlich als literarisches Werk veröffentlicht wurde.

Mitte der zwanziger Jahre begann er an Ballettmanuskripten zu arbeiten, nach eigener Aussage, um den Tänzerinnen zu imponieren, die zeit seines Lebens seine große Leidenschaft bleiben sollten. Er verließ Frau und Tochter und arbeitete für den Völkerbund als Sekretär am Institut der Hygiene und Epidemiologie. Auf diesem Fachgebiet spezialisierte er sich in Paris und Liverpool, bevor er 1926 in die USA reiste. Dort befasste er sich als Arzt in den Industrievierteln Detroits und beim Automobilhersteller Ford mit den Fragen der Hygiene. Weitere Aufträge der Seuchenforschungsstelle des Völkerbundes führten Destouches nach Afrika, Kanada und Kuba. 1928 übernahm er die Leitung der Abteilung für Infektionskrankheiten an der Staatsklinik von Clichy.

Im selben Jahr begann er mit der Arbeit an dem Roman Reise ans Ende der Nacht, dem „eindringlichsten Antikriegsroman der Literaturgeschichte“ (DIE ZEIT, 30.12.2009 Nr. 01), der ihn nach seiner Veröffentlichung 1932 unter dem Autorennamen Louis-Ferdinand Céline schlagartig berühmt machte. Das Werk wurde hundertfach rezensiert, und selbst die Kritiker kamen nicht umhin, die innovative Sprache und die aufrüttelnde Wirkung des Romans zu würdigen. Sartre und Beauvoir erklärten Reise ans Ende der Nacht zu ihrem Buch des Jahres und lernten ganze Seiten auswendig. Gorkij, Trotzkij und sogar Stalin lobten das Buch. Zu jener Zeit war der spätere Antisemit Céline noch ein Bewunderer Sigmund Freuds und sein Roman vielleicht der größte, der je aus dem Geist der Psychoanalyse geschrieben wurde. Noch Jahrzehnte später inspirierte das Buch den Sänger Jim Morrison der amerikanischen Rock-Gruppe The Doors zu dem Stück End of the Night. Im Sommer 1933 begann die Arbeit an Tod auf Kredit – abermals eine Art fiktiver Autobiografie. Der Roman schildert den Zusammenbruch kleinbürgerlicher Existenzen unter dem Druck des alles verschlingenden Kapitalismus. Die Wutsprache seines ersten Romans gebrauchte Céline hier noch radikaler.

Mit den immer mehr Einfluss gewinnenden Nazis verbanden ihn keine Sympathien. Céline riet seinen Freundinnen aber, mit den Wölfen zu heulen. „Sich gegen den Faschismus verteidigen?“ schrieb er an die linke Schriftstellerin Henriette Valet. „Sie machen wohl Spaß, Sie sind nicht im Krieg gewesen, Mademoiselle, das sieht man, wissen Sie, an derartigen Fragen. Wenn das Militär das Kommando übernimmt, Mademoiselle, gibt es keinen Widerstand mehr, einem Dinosaurier widersteht man nicht. Er verreckt von selbst – und wir mit ihm – in seinem Leib, Mademoiselle, in seinem Leib.“

Célines letzte Mission für den Völkerbund war eine Reise ins Rheinland im Frühjahr 1936, wo er die gesundheitlichen Auswirkungen der Massenarbeitslosigkeit auf die subproletarische Bevölkerung untersuchte. Den Dienst an der Staatsklinik von Clichy quittierte er und war fortan privat als praktischer Arzt tätig.

Da im Roman Tod auf Kredit Célines drastische Sprache, die besonders linke Leser als Sozialkritik verstanden hatten, erkennbar in eine unverhohlene, an gesellschaftlichen Bedingungen nicht mehr interessierte Misanthropie umgeschlagen war, wurde das Buch nicht mit annähernd derselben Begeisterung aufgenommen wie Reise ans Ende der Nacht. Daraufhin entschloss sich Céline, politisch „zur Sache zu kommen“, und reiste in die Sowjetunion. Auf einer Postkarte aus Leningrad schrieb er: „Scheiße! Wenn das die Zukunft ist, sollten wir uns lieber an unserer eigenen dreckigen Lage erfreuen.“ Wieder zu Hause machte er seiner Enttäuschung in dem Pamphlet Mea culpa Luft, in dem er sich so bösartig wie nur möglich über die Sowjetunion, den Kommunismus und die Juden äußerte. Die deutsche Ausgabe enthielt als Beigabe Célines Dissertation und war sehr erfolgreich. „Zu dieser Zeit war bereits sein Antisemitismus ausgebrochen, sein Gehirnfraß. In der Sowjetunion, an der Wall Street, in Frankreich, überall sieht er die Juden an der Macht. Célines Briefe zeigen die Bedingungen des Wahns: seinen zunächst gegen Schwarze gerichteten Rassismus, seine altkontinentale Hochnäsigkeit gegen die amerikanische Kultur, vor allem die Bereitschaft, allüberall ein Komplott zu wittern, auch und gerade unter Geschäftsleuten, namentlich unter Verlegern; diese Melange von Antikapitalismus und Antisemitismus ist die banalste Seite Célines“, schrieb Gero von Randow am 30.12.2009 in der ZEIT. Célines Hass auf das Judentum steigerte sich um 1937 auf eine Weise, welche die Vermutung einer pathologischen Psychose nahelegte. Als „jüdisch“ griff er alles und jeden an, wie zum Beispiel den Papst, Racine, Stendhal und Picasso.

Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs schien Céline zur Besinnung gebracht zu haben. Am 13. September 1939 schrieb er in seinen Briefen: „Das Grauen ist über uns gekommen“, und im November: „Schon jetzt ist der Krieg hässlich, was wird erst nach dem Krieg sein! Wenn es denn ein Danach gibt!“ Doch die Erschütterung war nicht von Dauer. Schon die darauf folgenden Briefe widerlegten spätere Behauptungen Célines, er habe nur Romane und nie politische Schriften verfasst. Einige seiner Korrespondenzen waren unverkennbar zur Veröffentlichung gedacht und zeichneten sich durch Sympathie für den Nationalsozialismus aus.

1940 heiratete Céline Lucette Almanzor, eine Tänzerin der Opéra comique und folgte einer Einladung nach Vichy, von wo aus die von den Deutschen nicht besetzten Gebiete Frankreichs verwaltet wurden. Verglichen mit Pierre Drieu la Rochelle, Robert Brasillach oder Alfred Fabre-Luce, hielt Céline sich tatsächlich mit öffentlichen Sympathiekundgebungen für den Faschismus zurück. Einer der Gründe dafür könnte sein, dass einflussreiche Vertreter der Besatzungsmacht Céline keineswegs unkritisch gegenüberstanden. Ihnen missfielen die Obszönitäten und die Gossensprache in seinen Texten. Anfang 1941 erschien Les beaux draps (Eine schöne Bescherung). In diesem humorvollen Buch mäßigte Céline sogar seinen Antisemitismus, übte stattdessen Kritik an der französischen Vorkriegsgesellschaft, die er für den militärischen Zusammenbruch von 1940 verantwortlich machte, und stellte Überlegungen an zu einer gesellschaftlichen und politischen „Erneuerung“.

Nun suchte er den Dialog mit den Besatzern, wie dem deutschen Botschafter in Paris, Otto Abetz, dem Lyriker Hans Carossa, dem Schriftsteller und Philosophen Ernst Jünger und dem österreichischen Schriftsteller Karl Heinrich Waggerl. Am Nachmittag des 7. Dezember 1941 traf Ernst Jünger im Deutschen Institut in Paris mit Céline zusammen. Der Mann mit dem „in sich gekehrten Blick der Manischen“ versetzte den Besatzungsoffizier mit wüsten antisemitischen Reden in Erstaunen: Warum die deutschen Soldaten die Juden nicht erschießen oder aufhängen würden? Jünger notierte später in seinem Tagebuch: „Es war mir lehrreich, ihn derart zwei Stunden wüten zu hören, weil die ungeheure Stärke des Nihilismus durchleuchtete.“

Im Januar 1944 erhielt Céline per Post einen schuhkartongroßen Sarg. Ein Mordanschlag der Résistance scheiterte nur knapp. Céline flüchtete nach Dänemark, kehrte aber nach drei Monaten wieder zurück und wurde kurz darauf von den deutschen Behörden nach Deutschland zwangsumgesiedelt, zuerst nach Baden-Baden, dann ins Schloss Sigmaringen, wo sich inzwischen auch die Vichy-Regierung befand. Ende November 1944 beschloss Céline, mit seiner Frau und einem Freund nach Brandenburg zu fliehen und dort in der Illegalität das Kriegsende abzuwarten. Die genauen Umstände dieses „Abtauchens“ können heute nicht mehr rekonstruiert werden. In seinen Nachkriegsromanen verzerrte Céline die Aktion zu einer Groteske. Nachgewiesen ist die Rückstellung Célines durch den SD nach Berlin, wo er einen Flüchtlingstransport ohne Genehmigung verlassen hatte. Fortgesetzte Versuche des Arztes Destouches, für die Wehrmacht als Truppenarzt tätig zu werden, veranlassten schließlich den ehemaligen deutschen Botschafter in Paris, Abetz, dazu, Céline vor den ermittelnden SS-Stellen als geistesgestört einstufen zu lassen. Céline reiste daraufhin, ausgestattet mit zahlreichen unrechtmäßig und mit der Hilfe von Abetz erworbenen Lebensmittelkarten, mehrmals zwischen Berlin und Hamburg hin und her, in der Hoffnung, sich einem Rotkreuz-Transport nach Schweden anschließen zu können, was ihm jedoch nicht gelang. Ende April 1945 floh Céline mit seiner Frau nach Dänemark, wo er Geld auf der Bank hatte, und wurde dort verhaftet. Man klagte ihn der Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie der Beihilfe zum Mord an, während man seine Frau nach einem Monat freiließ. Céline wies nachdrücklich darauf hin, niemals einen eigenen Artikel verfasst zu haben oder im Radio aufgetreten zu sein. Ein Interview, das im November 1941 in der Zeitschrift L’Émancipation nationale abgedruckt wurde und in dem er sich lobend über Jacques Doriot und die LVF äußerte, sei ebenso wenig authentisch wie der im März 1942 vom gleichen Blatt veröffentlichte Lettre à Doriot.

Nach zweijähriger Gefängnishaft wurde Céline, gegen Verrechnung mit seinem Bankkonto, für weitere vier Jahre zwangsweise mit seiner Frau in einer einsamen Bauernkate untergebracht, bis 1949 seine Inhaftierung aufgehoben wurde. In Frankreich war er wegen Kollaboration in Abwesenheit zum Tode und Vermögensverlust verurteilt, 1950 aber begnadigt worden, so dass er 1951 nach Frankreich zurückkehrte. Da seine Pariser Wohnung von Mitgliedern der Résistance geplündert worden war, zog er in ein zerfallenes Landhaus in Meudon und behandelte dort – wieder unter seinem bürgerlichen Namen Destouches – seine oft mittellosen Patienten, meistens ohne eine Rechnung zu stellen. Céline war selbst krank, litt darüber hinaus an chronischer Schlaflosigkeit und hatte sich eine Diät verordnet, die vorwiegend aus Nudeln bestand. Seinen Sarkasmus und seine Bosheit hatte er allerdings nicht eingebüßt, was die beiden nach dem Krieg veröffentlichten Memoiren-Bücher beweisen. Von sich selbst schrieb er: „Ich glaube an nichts mehr als an meinen Hass und an den Tod, der nicht mehr fern ist.“

Aus dieser Zeit stammen die Filmausschnitte, die Antoine de Meaux und Alain Moreau für ihren Dokumentarfilm „Der Fall Céline“ verwendet haben.

Bis zu seinem Tod blieb er in der ärmlichen Zurückgezogenheit seiner Armenpraxis, ob aus Weltverachtung oder zur Selbstbestrafung sei dahingestellt. Immerhin versuchte er, sich von seinem Antisemitismus zu distanzieren: „Was die Juden angeht, sie sind mir sympathisch geworden, seit ich die Arier, Fritze und Franzen, bei der Arbeit gesehen habe. Welche Diener-Seelen! Und dabei war ich dazu bestimmt, mich mit den Juden zu verstehen! Sie allein sind wissensdurstig, Mystiker, messianisch auf meine Manier… Es leben die Juden, Bon Dieu! Ich habe niemals den Tod eines Juden oder des Volkes der Juden gewünscht. Ich wollte nur, dass sie ihre Hysterie bremsen und uns nicht zum Schlachthof stoßen.“

Am Montag, dem 3. Juli 1961 – Hemingsways Tod füllte die Schlagzeilen – ließ Lucette Almanzor, Célines zweite Frau, ein Kommuniqué veröffentlichen: „Der Gesundheitszustand Louis-Ferdinand Célines, der seit einigen Monaten an einem Herzleiden krankt, hat sich plötzlich verschlechtert.“ Zu dieser Zeit war Céline bereits zwei Tage tot – gestorben am 1. Juli 1961 in der Einsamkeit seiner armseligen Behausung. Mit der Verzögerung entsprach Lucette Almanzor dem nachdrücklichen Wunsch Célines, ohne jedes Aufsehen unter die Erde zu kommen. Begraben wurde er an einem Regentag. Anwesend waren die Witwe, Célines erste Frau Édith Follet, seine Tochter Colette, der Schriftsteller Marcel Aymé, der Verleger Claude Gallimard und ein Dutzend Eleven aus Madame Almanzors Ballettschule. Nach der Zeremonie, die nur wenige Minuten in Anspruch nahm, zerstreute sich die Trauergesellschaft sofort.

„Es hatte eine Art ‚Verschwörung des Schweigens‘ nicht nur über seinen Tod, sondern bereits über die letzten sechzehn Jahre seines Lebens gegeben. Louis-Ferdinand Céline, Verfasser einer antisemitischen Schmähschrift, Kollaborateur der deutschen Besatzung, Arzt im Gefolge des Marschalls Pétain, hatte in der gegenwärtigen französischen Literatur, deren treibende Kräfte wie Camus und Sartre aus der Résistance stammten, das Anrecht auf einen Ehrenplatz verloren“, hieß es im Heft Nr. 30 des SPIEGEL aus dem Jahr 1961. 40 Jahre später kaufte die französischen Nationalbibliothek das Originalmanuskript von Célines Erstlingsroman Reise ans Ende der Nacht für 12 Millionen Francs (damals mehr als 3,5 Millionen Mark). Seine Werke und Briefe – unter Auslassung seiner glühenden antisemitischen Hetzschriften – erscheinen in den edlen Lederbänden der Bibliothèque de la Pléiade im Pariser Verlag Gallimard.

2011 – zur Feier des 50. Todestages – wollte das französische Kulturministerium die Wiederaufnahme Célines in die französische Literaturgeschichte endgültig besiegeln. Eine amtliche Broschüre zur Ankündigung der „nationalen Feierlichkeiten“ bezeichnete Céline als einen Jubilar, der sich „sorgfältig von der offiziellen Kollaboration ferngehalten“ habe. Darauf reagierte der Historiker Serge Klarsfeld, Präsident der Vereinigung der Söhne und Töchter der Deportierten Frankreichs, unverzüglich mit einem offenen Brief und erklärte die Ehrung eines Antisemiten durch die Republik für inakzeptabel. Daraufhin zog der damalige Kulturminister Frédéric Mitterrand die Broschüre zurück und löste damit wiederum Tumult aus. Von dem Schriftsteller Philippe Sollers wurde Mitterand als „Zensurminister“ beschimpft. Bernard-Henri Lévy und Alain Finkelkraut warben um Verständnis für das „widersprüchliche Erbe“ Célines. Bei LE MONDE ging eine Flut von Leserbriefen ein. – Es gibt kein abschließendes Urteil im Fall Céline.

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