Es ist ja nachvollziehbar, dass einsichtige bis mitleidige Journalisten im Verein mit dem Kommunikationsstab des Bundespräsidialamtes es für an der Zeit befinden, Christian Wulff mal wieder aus der Schusslinie zu bekommen. Aber warum, zum Kuckuck, müssen für solche Manöver so oft die Vögel herhalten?

Schon in der vergangenen Woche hatte man einen zaghaften Versuch gestartet. Doch da aus einem vereinzelten Fall von Vogelgrippe sich beim besten Willen keine Epidemie konstruieren ließ, verlegt man sich nun auf das in Supermärkten angebotene Hähnchenfleisch. Freilich ist es ein Skandal, wenn dieses von gegen Antibiotika resistenten Keimen nur so wimmelt! Der Skandal besteht aber hauptsächlich darin, dass die Probleme, die sich aus dem massiven Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung ergeben, bereits „unter uns Müttern“ diskutiert wurden, als ich meine Jüngste in die Krabbelgruppe brachte, und das liegt über 25 Jahre zurück! Damals studierte Wulff noch Rechtswissenschaften in Osnabrück, kann also schwerlich dafür verantwortlich gemacht werden. Taktisch ist gegen diesen schlagzeilenwirksamen Themenwechsel also nichts einzuwenden. Aus der Vogelperspektive allerdings handelt es sich hier um Rufmord.

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