George Clooney will keine Kinder haben, entnehme ich heute der Zeitung und bin nicht sonderlich verwundert, denn das Alter, in dem kinderlose Männer plötzlich doch noch Vater werden möchten, hat er eigentlich überschritten. Clooney hat für seine einsame Entscheidung allerdings Gründe, die er RadarOnline mitteilte. Die logische Kette sieht so aus: Kinder aufzuziehen ist eine große Verantwortung [stimmt!] und muss deine absolute Priorität sein [stimmt bedingt; über Jahrtausende sahen Männer ihre absolute Priorität darin, die Familie zu ernähren, das sonstige Aufziehen überließen sie den Müttern, und es funktionierte ganz gut]. Immerhin hat auch für Clooney erklärtermaßen seine Arbeit den Vorrang. Und nun folgt der Clooney-Clou: „Deshalb werde ich auch nie wieder heiraten.“

Jetzt fragt sich nur, ob Clooney einerseits den einzigen Sinn der Ehe in der Fortpflanzung sieht, sich andererseits aber von Frauen mit mütterlichen und pädagogischen Qualitäten nicht angezogen fühlt, oder ob er nicht nur seinen ungeborenen Kindern den hart arbeitenden Vater, sondern auch seiner ungefreiten Frau einen Workaholic als Gatten ersparen möchte.

Es ist jedes Mannes (und jeder Frau) gutes Recht, nicht heiraten und keine Kinder zu wollen. Unfair ist es, so zu tun, als handle man damit weit verantwortungsbewusster als die Leute, die trotz beruflichen Engagements versuchen, mit einer Familie klarzukommen. – Aber okay, there is no business like show business.

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