I. Teil –- Porträt des Künstlers als junger Mann

Geboren 1951 als Wolfgang Fischer, Sohn eines Restaurators und Kirchenmalers, wächst der Junge in der kleinen Stadt Geilenkirchen bei Aachen auf. Dass die Kunst ein hartes Brot sein kann, erfährt er früh, denn aus Mangel an Aufträgen muss der Vater sein Geld als Anstreicher verdienen. Aber Wolfgang will trotzdem Künstler werden, und er ist talentiert. Nach der Mittleren Reife besteht er 1969 die Aufnahmeprüfung für Begabte an der Aachener Werkkunstschule, die ich an dieser Stelle loben möchte, denn hier bekommt er, wie sich später erweisen wird, eine sehr gründliche Ausbildung in der Malerei, lernt das, was nicht schon sein Vater ihm beigebracht hat. Ansonsten ist er ein Kind seiner Zeit, trägt eine John-Lennon-Brille, fährt eine Harley-Davidson und träumt vom Leben unter südlicher Sonne. Die künstlerische Karriere allerdings – auch das ein Klassiker – lässt auf sich warten. Zwar stellt das Münchner Haus der Kunst 1978 drei Werke (Acryl auf Leinwand) von ihm aus – „Zu Hause“, „Durchdringung bei Geilenkirchen“ und „Durchdringung, Melatenerstr. Nr. 4“, aber sonst tut sich nichts. Geilenkirchen scheint weder als Bildtitel noch als Karrieresprungbrett zu taugen.

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