(Schinder, Kaviller, Wasen-, Kleemeister), veraltet: Person, die gewerbsmäßig Tierkörper beseitigte und verwertete. Heute haben die Anstalten für Tierkörperverwertung diese Aufgabe übernommen.
(Das Lexikon)

Bis ins späte 19. Jahrhundert wurden die Aufgaben des Abdeckers oder Wasenmeisters in sogenannten Wasenordnungen oder Wasenmeisterordnungen festgelegt. Die Bauern wiederum waren verpflichtet, sämtliche Tierkadaver dem Abdecker zu übergeben, der die Knochen den Seifensiedereien, die verfaulte Fleischmasse den Salpetersiedern und die Häute den Gerbereien zuführte. Nicht verwertbare Reste wurden verbrannt. Wegen der unvermeidlichen Geruchsbelästigung zwang man die Abdecker, außerhalb der Dörfer zu wohnen. Ihnen haftete aber auch im übertragenen Sinne der Makel der Anrüchigkeit ihres Gewerbes an. Sie waren vom Kontakt mit der übrigen Bevölkerung nahezu ausgeschlossen und heirateten meistens nur untereinander. Die Abgeschiedenheit machte die Wasenmeistereien auch zu idealen Schlupfwinkeln für gesuchte Verbrecher und Deserteure. Vielerorts übte der Abdecker gleichzeitig das Amt des Scharfrichters aus, weil dieser von den seltenen Hinrichtungen nicht hätte leben können. Das bekannteste Beispiel ist der Schinderhannes.

Quellen:
Das Lexikon, Zeitverlag, ISBN Band 1: 3-41117561-3
Wikipedia: Abdecker

Nachwort:

Durch das Literatur-Verzeichnis bei Wikipedia wurde ich auf ein Buch aufmerksam – nicht gerade billig aber bestimmt sehr interessant:

Rudi Palla: Verschwundene Arbeit. Von Barometermachern, Drahtziehern, Eichmeistern, Lustfeuerwerkern, Nachtwächtern, Planetenverkäufern, Roßtäuschern, Seifensiedern, Sesselträgern, Wäschermädeln und vielen anderen untergegangenen Berufen.
Christian Brandstätter Verlag, Wien-München, 2010
262 Seiten mit 335 Abb.
35 Euro

Eine Buchbesprechung findet sich im Titel-Magazin.

Advertisements