Der Aal ist ein räuberischer Knochenfisch mit kleinen Schuppen und vielen Schleimzellen in der dicken Haut. Aale ernähren sich von Mücken, Larven, Regenwürmern, Muscheln und kleinen Fischen. Man unterscheidet den Flussaal (Europäischer Aal – Anguilla anguilla) und den amerikanischen Aal (Anguilla rostrata). Beide Arten leben zeitweise im Süßwasser, aber die Eiablage erfolgt in der Sargassosee, östlich von Florida. Die zunächst 10 mm großen Aallarven ähneln Weidenblättern und wandern, während sie wachsen, mit dem Florida- und Golfstrom in nordwestlicher oder nordöstlicher Richtung. Die der europäischen Art erreichen nach drei Jahren den Kontinentalsockel Europas. Die Larven verwandeln sich im zweiten oder vierten Jahr in die 7 cm langen durchsichtigen Glasaale. Danach wachsen die Männchen in drei bis acht Jahren auf eine Länge von 40 bis 50 cm, die Weibchen in fünf bis zwanzig Jahren von 100 bis 150 cm heran. Wenn sie einen bestimmten Reifegrad erreicht haben, in dem man sie als Blank- oder Silberaal bezeichnet, stellen sie die Nahrungsaufnahme ein, denn der Verdauungstrakt bildet sich vollständig zurück, dafür entwickeln sich die Geschlechtsorgane und nehmen schließlich die gesamte Leibeshöhle ein. Während der 5.000 km weiten Wanderung zurück in die Sargassosee leben Aale von ihren Fettreserven. An ihrem Geburtsort angelangt, laichen sie und sterben.

Um den Aalen das Überwinden von Stauwehren in den Flüssen zu erleichtern, lässt die Fischereiwirtschaft Leitern und Fischpässe bauen. Aale werden in Aalsäcken, Aalkästen, Reusen oder mit elektrischen Fanggeräten gefangen. Aalblut enthält das Nervengift Ichthyotoxin [Anm.d.R: …mit dem man allerdings niemanden umbringen kann. Sorry, liebe (Selbst-)Mordlustige.], das durch Kochen oder Räuchern zerstört wird.

Quelle:
Das Lexikon, Zeitverlag, ISBN Band 1: 3-411-17561-3

Wer mehr, dazu noch Interessantes über die Anpassungsfähigkeit der Aale an das jeweilige Nahrungsangebot erfahren möchte, liest am besten den sehr ausführlichen Wikipedia-Eintrag.

Nachwort:

Und ob ein Aal sich zum Breitmaulaal oder zum Spitzmaulaal entwickelt, so zerbricht er sich jedenfalls nicht den Kopf, wozu er lebt. Er weiß es genau. – Heißt das für einen Aal nun: Das Beste kommt zum Schluss?

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