der Playboy oder der „Playboy“?

Sollte jemand glauben, erst das 1953 in Chicago gegründete Männermagazin habe dazu geführt, dass Lebemänner, die das ererbte Vermögen für schöne Frauen und Luxus verprassten, als Playboys bezeichnet wurden, so irrt er.

Bereits 1828 tauchte der Begriff Playboy im Oxford English Dictionary auf und wurde als „ein Mensch, besonders ein wohlhabender, der darauf aus ist, sich zu erfreuen; ein selbstsüchtiger Genusssucher“ definiert. In deutschen Klatschmagazinen wie „Quick“ mag Gunter Sachs der erste gewesen sein, der Mitte der sechziger Jahre als Playboy tituliert wurde. Er nannte sich selbst „Homo ludens“, einen spielenden Menschen. Und er war der letzte seiner Art. Er hatte eine Liaison mit der persischen Ex-Kaiserin Soraya und war drei Jahre lang mit Brigitte Bardot verheiratet. – Kinder, das waren noch Zeiten, als Tankerkönige Operndiven verließen, um sich den Witwen ermordeter amerikanischer Präsidenten zuzuwenden, und Millionen Hausfrauen sich empörten und mit den Verlassenen und Verstoßenen litten! Jedes Kind kannte die Namen, obwohl es noch kein Internet gab, und durchaus noch nicht in jedem Haushalt eine Flimmerkiste stand. Verglichen damit sind die Meldungen über das Bettgehupfe der heutigen Schickeria wie aufgewärmter Automatenkaffee.

Mit ihm ist ein Kunstsammler und Fotograf gestorben. Vor allem aber haben wir mit Gunter Sachs unseren letzten Playboy verloren. Und das ist irgendwie traurig.

Advertisements