Fremdverstehen setzt produktive Selbstentfremdung voraus.

Den Satz habe ich gerade aus dem Radio aufgeschnappt… und gegoogelt, bevor er mir wieder entfallen konnte. Er steht in dem Buch „Fremde sind wir uns selbst“ von Julia Kristevas, und ich fand ihn im Internet zitiert in dem Essay „Kopfgeburten oder Indienfahrer – (De-)Literarisierte Indienbilder von Günther Grass und Hubert Fichte“.

Wir müssen uns also auf eine produktive/konstruktive Weise selbst fremd werden, um Fremde zu verstehen. Vielleicht müssen wir uns grundsätzlich selbst ein wenig fremd werden, um einen anderen Menschen zu verstehen, selbst wenn er nicht aus einem anderen Kulturkreis, sondern nur aus einer anderen Familie stammt. Tatsächlich aber möchten wir uns vollkommen vertraut sein, uns selbst in allem und bis ins Letzte trauen können, und misstrauen dem Fremden – dem Anderen.

Ein beunruhigender aber guter Gedanke, angestoßen durch Deutschlandfunk „Ich und der andere“.

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