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Es gibt sie noch, die Blumenautomaten, in Flensburg, in Fulda, in der Schweiz, … Im Straßenbild von Berlin jedoch sind sie selten geworden, wenn nicht verschwunden. Ich jedenfalls kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt einen gesehen habe.

Vor 45 Jahren war das anders. Die Blumenautomaten waren eine Neuheit, auf die kaum eine Blumengeschäft verzichtete, Die Blumensträuße lagen, in Cellophan verpackt, in den verglasten Fächern, die sich nach Einwurf der Münzen öffnen ließen. Im Winter allerdings geriet das beinahe zu einem Blindkauf. Die Glasscheiben beschlugen, und zusammen mit der sichtbehindernden Verpackung ergab das den Effekt, das man eben noch die Farbe der Blüten erraten konnte, ihre Form kaum – ja, dass es sich überhaupt um Blumen handelte war nur aus dem Kontext Blumengeschäft-Blumenautomat zu schließen.

Während damals die Automaten gang und gäbe waren, galt dies, zumindest in Berlin, vor 45 Jahren keineswegs für den Valentinstag. Dass es mit dem 14. Februar eine besondere Bewandtnis hatte, lernte ich, als ein gewisser junger Mann mir einen nach Ladenschluss aus dem Automaten gezogenen Strauß präsentierte – etwas zerknirscht darüber, dass er Rosen hatte bringen wollen aber rote Tulpen erwischt hatte. Dass er mir dann erst einmal erklären musste, warum er mit Blumen kam, und was der Valentinstag bedeutet, ergab ein romantisches Patt. Ich mag Tulpen wirklich.

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