… …wird man die Gedichte von Ricarda Huch im Internet veröffentlichen dürfen.

Noch vor einem Jahr fand ich mehrere ihrer Gedichte auf verschiedenen Webseiten. Offenbar haben die Verwalter ihres Nachlasses und Rechteinhaber dem Einhalt geboten. In neun Jahren wird die Dichterin und Historikerin seit 70 Jahren tot sein, und ihr lyrisches und literarisches Werk wird allen gehören.

Ricarda Huch

Diese vier Zeilen aus ihrem Gedicht „Bestimmung“, fallen, so hoffe ich, unter das „Zitatrecht“, von dem ich Gebrauch machen zu dürfen glaube, weil der lyrische Teil von Ricarda Huchs sehr umfangreichem Œœuvre zwar der geringere ist, für mein Interesse an ihr aber von besonderer Bedeutung.

Was ist in deiner Seele,
Was ist in meiner Brust,
Daß ich mich dir befehle,
Daß du mich lieben mußt?

Eine couragierte, eine, wie man heute sagen würde, emanzipierte Frau, die leidenschaftlich und hingebungsvoll liebte. Sie promovierte in Philosophie in der Schweiz, als dies für Frauen in Deutschland noch unmöglich war, sie wurde Mitglied der Preußischen Akademie der Künste und trat als erstes Mitglied aus Protest gegen den Nationalsozialismus aus dieser Akademie aus. Sie kämpfte gegen das Nazi-Regime, und sie wurde ein Jahr vor ihrem Tod von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet – dieselbe Frau, die geschrieben hatte „daß ich mich dir befehle“.

Es mag nicht nur vermessen klingen, es dürfte vermessen sein, aber ich fühle mich ihr verbunden. Wir sind ein Problem, wir Frauen, die wir auf diese Art lieben aber uns nicht beugen.

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