Christopher Stott: Return to the Interior
Return to the Interior
© Christopher Stott

In einer hübschen kleinen Stadt, die man in den Weiten Kanadas kaum findet, lebt und arbeitet der Maler und Fotograf Christopher Stott. Erst vor fünf Jahren hat er sein Studium der Kunst und Kunstgeschichte an der Universität von Saskatchewan mit dem Bachelor abgeschlossen, und dies mit Auszeichnung und einer damit verbundenen Ausstellung an der Universität. Unmittelbar danach machte er sich ungemein fleißig an die Arbeit in seinem Atelier und hat seither Hunderte von Bildern an Sammler in den Vereinigten Staaten, Kanada und Europa verkauft.

Trotz dieser Erfolgsgeschichte, wäre ich vermutlich nicht auf ihn aufmerksam geworden, hätte mir nicht bei meiner Suche nach Olivenmotiven Google, der nichts entgeht, auch ein Gemälde von Christopher Stott angezeigt.

Stott wird von einer Galerie in Sacramento (Kalifornien) vertreten, ist aber auch ein Blogger, und in seinem Blog schreibt er eher wenig, stellt aber seine neuesten Werke vor. Wem seine Bilder gefallen, der muss nicht viele Tage verstreichen lassen, bis sich ein Besuch des Blogs wieder lohnt, weil es etwas Neues zu sehen gibt.

Oliven hatte ich gesucht, fand aber auch anderes. Häufig wiederkehrende Motive sind antiquarische Bücher, Stühle, Koffer, Äpfel und Birnen. Wer meint, das höre sich so aufregend nicht an, möge für sich selbst schauen und sich ein Urteil bilden.

Die vertrauten Gegenstände, in neutraler Umgebung sorgfältig arrangiert und im wahrsten Sinne des Wortes ins rechte Licht gesetzt, sind weniger Stillleben als Objektportraits. Gerade weil aus Zeit und Raum gelöst, erhalten die Dinge ikonographische Bedeutung, scheinen darauf zu warten, dass der Betrachter sich zu ihnen in Beziehung setzt. Die Kompositionen strahlen Ruhe und eine ihnen innewohnende Kraft aus.

Ich war von Stotts Arbeiten so angetan, dass ich an ihn schrieb und ihn bat, gelegentlich Abbildungen zur Illustration meiner Texte verwenden zu können, selbstverständlich unter Nennung seines Namens und mit Link zur Galerie. Er antwortete sehr freundlich jedoch ablehnend, und wenn ich es recht bedenke, nachdem zwar meine Begeisterung sich nicht gelegt hat, wohl aber deren erster Überschwang, hätte ich an seiner Stelle nicht anders reagiert. Welcher Künstler möchte schon, dass sein Werk in einen Kontext gesetzt wird, den er, schon wegen der Sprachbarriere, nicht ohne weiteres erkennen kann. Auch mit Bernd Uthoff bedurfte es wochenlanger Abstimmung, welches Gedicht zu welchem Foto, und vollzog sich demokratisch, indem ich teilweise direkt zu den Fotos schrieb, er in anderen Fällen die Fotos zu bereits vorliegenden Texten auswählte, und wir beide einverstanden waren.

Meinem Vorschlag, über ihn einen Eintrag zu schreiben und in diesem auch eines seiner Bilder zu verwenden, entsprach Christopher Stott sofort. Hiermit habe ich es getan, und es ist mir eine Freude.

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