Da habe ich doch kürzlich ein Buch gelesen, in dem es um die weibliche Masturbation geht, gespickt mit Ideen, Vorschlägen und Ermutigungen. In lockerer Sprache (und ohne Anspruch auf literarische Qualitäten) geschrieben, nimmt es sich und sein Thema durchaus ernst, was nicht verhinderte, dass es bei mir stellenweise Erheiterung auslöste. So zum Beispiel in dem Kapitel „Im Waschsalon“.

Ich erinnere mich an unsere erste Waschmaschine, eine Constructa. Über dieses Gerät schreibt der Hersteller selbst: „Constructa ist die erste Waschmaschine mit Bullauge im deutschen Markt. Ein zentnerschweres Monstrum mit 6 kW-Drehstrom-Motor, das 225 Liter Wasser pro Waschprogramm frißt und mit 4 Steinschrauben auf einem Betonsockel befestigt werden muß. Der Preis: 2.280 Mark. So viel wie ein Kabinenroller.“
Nun, ich glaube, „Unsere“, d.h. die meiner Familie, war schon das Folgemodell. Mit Schrauben musste sie trotzdem noch befestigt werden, auf zwei in der Kammer verlegten Holzbalken. Die Umwucht des Schleudergangs allerdings lockerte diese Schrauben im Lauf des Waschmaschinenlebens, und als die Constructa schon eine alte Dame war, war das Einsetzen der Schleuder für meine Omi und mich jedes Mal das Signal, einen Spurt in die Kammer zu unternehmen und uns mit unserem ganzen Körpergewicht (Omi war rundlich, ich zu der Zeit dreizehn) auf das wackelnde Gehäuse zu lehnen, stets besorgt, die Kiste würde uns irgendwann auf die Füße springen. An Zustände der Erregung kann ich mich in dem Zusammenhang nicht erinnern, obwohl ich nicht ausschließen will, dass ich da schon… [räuspert sich]

In dem besagten Buch heißt es im erwähnten Kapitel:

… dafür aber bieten Waschsalons und Waschkeller nette Stimulierungsobjekte im XXL-Format. Die Rede ist natürlich von den Waschmaschinen und Schleudern selbst. Viele Masturbantinnen schwören auf einen Waschmaschinenritt während des Schleudergangs oder besteigen – sofern vorhanden – sowieso nur spezielle Schleudermaschinen.

Also, ich bin im Laufe meines Lebens nicht selten Kundin eines Waschsalons gewesen. Was ich NIE erlebt habe, ist, dass eine Frau sich auf eine Wäscheschleuder gesetzt hätte. Ob das an dem Durchschnittsalter der Kundinnen lag, an ihrer Furcht, Aufsehen zu erregen, oder an bloßem Desinteresse an Erregungszuständen schlechthin, lasse ich mal dahingestellt. Ich habe indessen mehrfach gesehen, dass Männer, besonders jüngere, sich während des Schleudergangs auf den Deckel der Wäscheschleuder setzten. Ich hielt das immer für eine Vorsichtsmaßnahme. Was, wenn der Deckel sich plötzlich öffnen sollte?
Und wenn mir nun einer meiner männlichen Nutzerkollegen schreiben sollte, es könnte da noch andere Gründe geben (und damit meine ich nicht solche, wie, dass auch Männer mal müde Beine haben), dann ginge ich vor Ehrfurcht angesichts solcher Offenheit buchstäblich auf die Knie.

Animated Gif: Schleudergang

Kommentare zum ursprünglichen Eintrag:

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