„Ein Kind ist auch ein Buch“, sagte eine Gedichte schreibende Kollegin vor etlichen Jahren zu mir, als ich mich in Selbstmitleid erging, weil ich mein Leben lang zuwenig Zeit zum Schreiben hatte (so fand ich zumindest), denn immer stand das sichere Einkommen im Vordergrund. Ich hatte Kinder. Die brauchten ein Zuhause, Essen, Kleidung, hatten Wünsche…

Nein, ein Kind ist viel mehr als ein Buch. Und es ist ganz etwas anderes als ein Buch. Und was ich schreibe, wäre anders, hätte ich meine Kinder nicht.

Aber nun drehe ich den Satz mal um: Ein Buch ist auch ein Kind. An einem Buch zu schreiben, ist wie schwanger sein. Die erste Idee, merken, da wächst etwas, wird etwas….  Die freudige Erwartung: Was wird es? Wie soll es heißen?  Dann wird es zunehmend beschwerlicher.  Irgendwann will man es nur noch raus bringen.  Dann hat man es geschafft.  Und schließlich die postnatale Depression. Ein Gefühl von Leere.

Was mich ja klammheimlich freut… … (Darf man „klammheimlich“ im Kontext mit Freude jetzt wieder verwenden – oder etwa wieder nicht mehr, weil die RAF erneut in den Zeitungsmeldungen ist? – Egal.) Was mich klammheimlich freut, ist, dass Männer bei diesen Kopfschwangerschaften und Kopfgeburten die gleichen Stadien durchlaufen wie Frauen.
Nein, ich bin überhaupt nicht schadenfroh. Ich hoffe nur auf Verständnis und Mitgefühl.

Ein Buch ist auch ein Kind?  Der Vergleich hinkt ein wenig…. Aber er hinkt zumindest in die richtige Richtung.

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